Grundstückseigentümer sollen nun aktiv werden

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Anschreiben für Grundstücksnachbarn des Areals Alter Leipziger BahnhofAlle Grundstückseigentümer des Areals zwischen Elbe, Eisenbahnstraße, Bahntrasse und Erfurter Straße hatten in den vergangenen Tagen Post in ihren Briefkästen. In einem Anschreiben hat die Allianz für Dresden die Nachbarn des Areals Alter Leipziger Bahnhof aufgefordert, sich aktiv an der Gestaltung des Viertels Leipziger Vorstadt zu beteiligen. Anlass ist der Kooperationsvertrag der neuen Stadtratsmehrheit mit dem Ziel, den Masterplan Leipziger Vorstadt bis 2016 zu überarbeiten.

Ob Globus Holding, USD Immobilien, Kaufland, MEGA-Fachzentrum, DresdenBau oder Bernd Aust: Alle Grundstückseigentümer der Leipziger Vorstadt, links und rechts der Leipziger Straße wurden gebeten, sich gemeinsam für die Entstehung eines neuen kleinteiligen Stadtteils auf ihren Flächen einzusetzen. So sollen alle Eigentümer gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt an einen Tisch kommen. Grundstücksneuordnungen, Rahmen- und Einzelbebauungspläne werden nötig sein, damit ein klar gegliederter Stadtteil entstehen kann. Dazu müssen viele Gespräche geführt werden. Auch Globus ist in der Pflicht, sich Gedanken über die weitere Nutzung des Areals am Alten Leipziger Bahnhof zu machen, da das ursprünglich geplante Warenhaus im neuen Stadtrat keine Mehrheit finden wird.

 

Mehr Wohnraum? Fehlanzeige!

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Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) kommt mehr und mehr ins Schlingern. Im Sommerinterview der DNN gibt er weder eine Antwort auf die Frage, warum sein Wohnkonzept im Stadtrat durchfiel, noch wie Dresden mit der Wohnungsknappheit umgehen will. Hier heißt es nur: „Wir reagieren auf diesen Bevölkerungszuwachs mit unserem Flächennutzungsplan.“ Doch genau das tut Marx eben nicht! Die Änderung des bestehenden Flächennutzungsplanes für das Gebiet Alter Leipziger Bahnhof steht in den Startlöchern. Die vorher geplante Wohn- und Gewerbenutzung soll nun in eine Sonderbaufläche für großflächigen Einzelhandel umgeschrieben werden. Konkret heißt das: Riesen-Globus statt Wohnungen.

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Im Interview äußert sich Marx zudem kritisch bezüglich eines Wohngebietes auf dem Areal: „Eine Wohnbebauung schätze ich dort schwierig ein, zumal dort die Hochgleise der Bahn liegen.“ Mit dieser Aussage ignoriert Marx nicht nur seinen eigenen, 2009 beschlossenen „Masterplan Leipziger Vorstadt“, sondern auch ein von Marx unterschriebenes Ergebnisprotokoll aus dem Jahr 2010. Hier spricht sich das Stadtplanungsamt eindeutig für den Bau von Wohnungen in diesem Areal aus und bemerkt, dass die Größe der angedachten Handelseinrichtungen – sprich: Globus – den Rahmen des Einzugsbereichs der anliegenden Ortsteilzentren sprenge. Ganz am Rande: Wer schon einmal auf dem Areal des Alten Leipziger Bahnhofs war, wird erstaunt sein über die ruhige und idyllische Lage. Das Marxsche Bild eines Gebietes mit permanenten und lautem Durchgangsverkehr ist schlichtweg falsch.

Die Wahl hat es deutlich gezeigt: Die Dresdner wünschen sich ausreichend und bezahlbaren Wohnraum. Jörn Marx hat anscheinend andere Pläne…