Na endlich: Globus sichert Alten Leipziger Bahnhof

Standard

Allianz für Dresden hatte beim Denkmalamt nachgehakt – jetzt baut Handelsriese Schutzdach

Nach Jahren des Nichtstuns in Sachen Denkmalsicherung lässt die Globus Warenhaus Holding nun doch ein Schutzdach über die Gemäuer des Alten Leipziger Bahnhofs errichten. Der Eigentümer des Bahnhofsareals in der Leipziger Vorstadt hatte seit dem Erwerb des Grundstückes von der Deutschen Bahn im Jahr 2010 die historischen Gebäude weiter verfallen lassen, obwohl das Denkmalrecht eine Sicherung klar vorschreibt. Auch das Denkmalamt war all die Jahre untätig geblieben. Diesen unhaltbaren Zustand prangerten wir im Frühjahr  an und wurden zusätzlich bei den städtischen Denkmalschützern vorstellig. Das Engagement hat sich nun gelohnt.

Unmittelbar an die Grüne Villa an der Eisenbahnstraße schließen sich die ältesten noch erhaltenen Teile des Alten Leipziger Bahnhofs an. Historisch besonders wertvoll macht die Gemäuer die Tatsache, dass das Bahnhofsareal ab 1839 den Dresdner Kopfbahnhof der ersten deutschen Fernbahnlinie Dresden – Leipzig beherbergte. Die heute noch vorhandenen Gebäudeteile, etwa das Empfangsgebäude mit Türmchen stammen aus der dritten Bauphase bis 1857. „Dass Globus nun endlich seiner Verantwortung als Denkmalbesitzer nachkommt, kann man nur begrüßen“, so Johannes Eikerling von der Planungs- und Sanierungsträgergesellschaft Dresden Pieschen mbH und Mitglied der Allianz für Dresden. „Traurig nur, dass erst durch unsere Intervention alle Beteiligten aufgewacht sind und die längst überfällige Errichtung von Schutzdächern beginnt.“

Bisher ist auf dem Gelände nur das Stützgerüst für das neue Schutzdach zu sehen, es schließt sich an das Schutzdach zur Grünen Villa hin an und reicht bis zum Mitteltrakt des alten Empfangsgebäudes. „Bleibt zu hoffen, dass Globus und das beauftragte Architekturbüro es nicht damit bewenden lassen, sondern auch wirklich ein Schutzdach montieren und alle weiteren historischen Gebäudeteile ebenfalls einhausen“, so Eikerling. „Wir werden in jedem Fall dem Eigentümer weiter auf die Finger schauen! Hier darf nicht getrödelt werden, bis zum Winter müssen die Schutzdächer komplett stehen.“

Bekanntlich will Globus eigentlich auf dem Areal ein riesiges SB-Warenhaus mit 8.800 Quadratmeter Verkaufsfläche, eine vorgelagerte Mall mit noch einmal rund 3.000 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie Parkflächen für rund 1.000 Autos errichten. Ein Vorhaben, das zutiefst umstritten und planungsrechtlich höchst fragwürdig ist sowie von uns klar abgelehnt wird. „Derzeit wird ja ein neuer Standort gesucht. Dennoch befreit dies den Eigentümer natürlich nicht von der gesetzlichen Pflicht zum Erhalt des denkmalgeschützten Alten Leipziger Bahnhofs“, bekräftigt Johannes Eikerling abschließend.

Advertisements

Dresdner Linke bremst Entwicklung der Leipziger Vorstadt

Standard

Die gestrige Stadtratssitzung wurde mit Spannung erwartet. Endlich sollte es im Fall der großflächigen Ansiedlung des Globus-Marktes auf dem Areal des Alten Leipziger Bahnhofs zu einer wegweisenden Entscheidung kommen. Die Ortsbeiräte Neustadt und Pieschen hatten sich bereits mit großer Mehrheit gegen das Großprojekt ausgesprochen. Die Grünen und die SPD forderten folgerichtig in einem Antrag, den Aufstellungsbeschluss zum Bau des Großprojektes endlich aufzuheben. Das hätte das Aus des Projektes an diesem Standort bedeutet.

Leider hat nun die mehrheitliche Enthaltung der Linken dazu geführt, dass der Antrag abgelehnt wurde und es auf absehbare Zukunft keine zukunftsorientierte Lösung für das so wichtige Areal in der Leipziger Vorstadt geben wird. Wir sind nun mehr als enttäuscht, dass der Stadtrat es versäumt hat, die Entwicklung des Gebiets in vernünftige Bahnen, wie beispielweise Wohnungsbau zu lenken. Das Unverständnis gegenüber dem Abstimmungsergebnis der Linken, die ja genau mit diesem Thema die letzten Kommunalwahlen dominiert haben, ist deshalb äußerst groß.

„Mit diesem bislang unerklärbaren politischen Auftreten stiehlt sich die Linke aus der Verantwortung“, so Uwe Sochor, Gründer der Allianz für Dresden. „Die Enthaltung der Linken kommt einer Befürwortung der Expansion großflächigen Handels gleich. Damit vertreten sie in keiner Weise die Interessen des Mittelstandes, sondern begünstigen ein Projekt, das sowohl den kleinen und mittleren Handel als auch eine nachhaltige Entwicklung eines wertvollen, zentralen Stadtteils, der Leipziger Vorstadt, zerstört. Zunächst einmal hat das Abstimmungsergebnis aber vor allem eines gebracht: zähen Stillstand.“

Auch Dr. Martin Schulte-Wisserman, Stadtrat der Piratenpartei, äußert sich irritiert über die Enthaltung der Linken: „Das linke Wahlprogramm spricht sich gegen die Ansiedlung solcher Großprojekte wie Globus aus und steht für nachhaltige Politik sowie für die Schaffung neuen Wohnraums. Das Abstimmungsergebnis im Fall Globus spiegelt das linke Wahlprogramm in keiner Weise wider.“ Nicht nur ihm, sondern auch vielen anderen Dresdnern ist schleierhaft, wie dieser Stimmungsumschwung der Linkspartei innerhalb von nur zwei Jahren zustande kommt. So war man 2014 noch mehrheitlich auf der Seite von SPD und BündnisGrünen in der Ablehnung dieses „Monsterbaus“, und jetzt wird plötzlich der Schulterschluss mit CDU/FDP/AfD geübt.

Nun muss die Stadtverwaltung weiter für den Globus-Markt planen. Eine konfuse Situation, denn auf der anderen Seite wurde beschlossen, dass die Stadt einen Alternativstandort für Globus suchen soll. Jetzt muss also in beide Richtungen geplant werden – eine Verschwendung von Zeit und Geld, die dazu führt, dass das Potenzial der Leipziger Vorstadt und des Areals weiterhin brach liegen wird. „Wir werden uns aber allen Merkwürdigkeiten zum Trotz weiterhin für eine sinnvolle Nutzung stark machen und hoffen, dass sich auch die Linksfraktion irgendwann mal wieder an die Koalitionsvereinbarung von Rot-Rot-Grün gebunden fühlt und auch dementsprechend handelt“, so Sochor.

Wo bleibt die Denkmalsicherung am Alten Leipziger Bahnhof?

Standard

alter-leipziger-bahnhof-5-foto-medienkontor

Dresdens Alter Leipziger Bahnhof verfällt. Die denkmalgeschützten Gemäuer – teilweise ohne Dach – aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind ungeschützt jeder Witterung ausgesetzt. Gerade jetzt nagt der Schnee mit seiner Feuchtigkeit unbarmherzig an den eisenbahngeschichtlich so bedeutsamen Gebäuden. Vor diesem Hintergrund fordert die Allianz für Dresden den Eigentümer des Geländes, die Globus SB-Warenhaus Holding, dringend dazu auf, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen und die Gebäude zu sichern und zu schützen. Auch die Stadt, so das Bündnis, ist hier in der Pflicht, ihr völlig unverständliches Nichtstun bei der Denkmalschutzaufsicht aufzugeben.

„Ganz unabhängig von der Diskussion über ihr riesiges Warenhaus-Projekt muss die Globus Holding endlich die Gebäude des Alten Leipziger Bahnhofes wirksamer vor Wind und Wetter schützen“, fordert Jens Zander, stadtbekannter Architekt und Mitglied der Allianz für Dresden. „Die Gebäude benötigen dringend eine komplette Einhausung, wenigstens aber Notdächer. Schließlich setzen gerade jetzt im Winter Feuchtigkeit und Frost den Gebäuden besonders zu, besonders wenn demnächst die Schneeschmelze einsetzt.“

So ist das Dach des ehemaligen Empfangsgebäudes von 1857 extrem löchrig und über weite Strecken komplett eingefallen. Auch der historische Lokschuppen von 1847 hat überhaupt kein Dach mehr. Hier ist das Unternehmen Globus, welches laut Sächsischen Denkmalschutzgesetzes als Eigentümer und Besitzer eines Kulturdenkmales dieses „pfleglich zu behandeln, im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht zu erhalten und vor Gefahren zu schützen“ hat, definitiv in der Pflicht.

Notdächer sind in jedem Fall ein zumutbarer Aufwand zum Erhalt des Alten Leipziger Bahnhofes“, so Zander, „und der Aufwand hält sich nun wirklich in Grenzen. Dass sich hier seit über sechs Jahren nichts tut, ist gelinde gesagt ein Skandal. Auch über die Untätigkeit der Stadt bei der Denkmalaufsicht kann man sich nur wundern. Gerade wenn man bedenkt, dass die Landeshauptstadt an anderer Stelle so viele Eigentümer zur Bewahrung ihrer Denkmäler ermahnt. Globus kann hier Gebäude verfallen lassen, um Druck für sein Projekt zu erzeugen. Ein Druck, dem eigentlich jede Grundlage fehlt, denn der Substanzschutz liegt ohnehin in der Pflicht des Eigentümers. Wir fordern deshalb die Stadt dringend dazu auf, endlich ihrer Aufsichtspflicht beim Denkmalschutz des Alten Leipziger Bahnhofes nachzukommen und erwarten von Globus einen zeitnahen und vor allem wirksamen Schutz der Gebäude vor Wind und Wetter! Wenn weiter nichts geschieht, muss die Stadt selbst aktiv werden und eine entsprechende Ersatzvornahme Globus in Rechnung stellen. Die gesetzliche Möglichkeit dazu hat sie!“

Globus-Warenhaus: Viele Fragen sind noch immer offen

Standard

diskussion-um-alten-leipziger-bahnhof-allianz-fuer-dresden

Die Diskussionen um das geplante riesige Einkaufszentrum der Globus SB-Warenholding auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofes geht unvermindert weiter. Nun behaupten Vertreter des Unternehmens im Rahmen eines Zeitungsinterviews, alle Auflagen erfüllt und alle relevanten Gutachten erbracht zu haben. In Wahrheit ist allerdings gar nichts geklärt. Noch immer gibt es keine öffentliche Auswertung der gut 370 Einwendungen gegen den Bebauungsplan für das Großvorhaben und noch immer ist keine einzige der in den zahlreichen Gutachten aufgeworfenen Fragen von Globus tatsächlich beantwortet worden. Die Fülle der Probleme mit dem Areal sind wohl auch der Hintergrund für die Suche nach einer Ersatzfläche.

Während sich in den letzten Monaten die Diskussion vor allem um eventuelle Zugeständnisse bezüglich der geplanten Verkaufsfläche sowie um eine Ersatzfläche für Globus drehte, kehrt in diesen Tagen die Debatte um das Einzelhandels-Großvorhaben zu ihren Wurzeln zurück. Beim Verfahren des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für das Projekt ist die Auswertung und Abwägung der gut 370 im Jahr 2014 eingegangenen Einwendungen gegen das Vorhaben noch immer nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. „Auch auf die zahlreichen Kritikpunkte in den eingegangenen Gutachten ist Globus noch mit keinem einzigen Wort eingegangen“, konstatiert Uwe Sochor vom Unternehmerverein Pieschen und Mitglied der Allianz für Dresden. „Es gibt kritische Gutachten und Untersuchungen zum Denkmalschutz, zu den Verkehrsauswirkungen, zum Umwelt- und Naturschutz, zur Rechtmäßigkeit bezogen auf den Landesentwicklungsplan und mindestens fünf kritische zum Thema Einzelhandelsentwicklung. Lediglich ein Gutachten, bekanntermaßen von Globus selbst in Auftrag gegeben, bewertet das Projekt positiv. Wenn die Globus-Vertreter nun davon sprechen, dass alle Gutachten erbracht wurden, dann beziehen sie sich sicher nur auf das von ihnen selbst bezahlte. So kann man nicht seriös diskutieren.“

Mit der Fülle an Gutachten, mindestens zehn seit 2011 (sie liegen der Allianz für Dresden vollständig vor), gehört das Globus-Projekt am Alten Leipziger Bahnhof sicherlich zu den deutschlandweit am intensivsten untersuchten Einzelhandelsgroßprojekten. „Viele unter den 370 Einwendungen beinhalten gewichtige Argumente, die keineswegs aus der Luft gegriffen sind. Gerade die aufgeworfenen Fragen in den etwa vom Handelsverband Sachsen beauftragten Fachgutachten harren immer noch einer Antwort durch Globus. All diese Fragen muss Globus als Vorhabenträger in dem vorhabenbezogenen B-Plan-Verfahren eigentlich beantworten“, so Sochor. „Wir gehen davon aus, dass Globus festgestellt hat dass für das Areal keine rechtsicheren Antworten auf die Probleme eines solchen Monsterkaufhauses gegeben werden können und deshalb die Stadt jetzt einen neuen Standort suchen soll. Aus diesem Grund soll nun der Druck erhöht werden. Dabei war es einzig und allein die Entscheidung von Globus das Gelände zu kaufen. Für die Suche nach einer Alternativfläche nun die Stadt in die Spur zu schicken ist jedenfalls deutschlandweit einmalig.“

Die Allianz für Dresden bleibt weiterhin bei ihrer bisherigen Ablehnung der Globus-Pläne. Sie sind und bleiben in ihren Augen stadtunverträglich, schädigen den vorhandenen Einzelhandel, verschärfen die Überversorgung und verursachen eine unzumutbare Verkehrsbelastung.

Einzig ein Supermarkt von 800 m2 zur Stadtteilversorgung sieht die Allianz in der Leipziger Vorstadt als stadtteilverträglich an. Eine Verkaufsflächenobergrenze, die der Stadtrat übrigens bereits im April 2015 beschlossen hatte. Als Alternative schlägt das Bündnis für den Alten Leipziger Bahnhof seit langem eine gemischte Struktur aus kleinteiligen Geschäften, Künstlerateliers, einem Bahnhofs-Kulturcafé, Büronutzung und Wohnungen, geöffneten Bahnbögen sowie einem Radweg auf der historischen Fernbahntrasse von 1839 vor. Damit könnte, so die Initiative, das alte Bahnhofsgelände elegant zum Treffpunkt für das neue Stadtquartier Leipziger Vorstadt werden. „Architekturideen dafür gibt es jedenfalls schon einige“, so Sochor abschließend.

Blaue Fabrik: So geht Alter Leipziger Bahnhof!

Standard

Blaue Fabrik2 Foto Blaue Fabrik

An diesem Wochenende kommt Kultur an die Eisenbahnstraße in der Leipziger Vorstadt: Der Kulturverein Blaue Fabrik e.V. feiert am 2. und 3. September mit einem umfangreichen Festprogramm aus Kunst, Jazzmusik und Tanz seinen Umzug in die sogenannte „Grüne Villa“ direkt neben dem Eingangsgebäude des Alten Leipziger Bahnhofes. Wir begrüßen den Umzug des Kulturvereins ausdrücklich und loben den Mut der Vereinsverantwortlichen, in die bisher in den Abendstunden eher stille östliche Leipziger Vorstadt zu ziehen. Mehr noch: Der Schritt der Kulturaktiven rund um Geschäftsführer Holger Knaak ist ein erster Schritt für eine gemischte Nutzung des Alten Leipziger Bahnhofes. Ein Schritt ganz im Sinne einer vernünftigen Entwicklung der Leipziger Vorstadt als neues Stadtquartier, wie es das Rathaus schon lange plant.

Bereits seit Anfang Juni werkelt die Blaue Fabrik an ihrer neuen Heimat, der „Grünen Villa“ auf der Eisenbahnstraße 1. Einige Freiluftkonzerte fanden im Gartenbereich des Gebäudes bereits statt. Nach dem sehr versteckten und auch engen Übergangsdomizil in einem Gebäude hinter der Post an der Königsbrücker Straße kann der Kulturverein nun satte 800 m2 Fläche für sein Kulturengagement nutzen. „Mit der Blauen Fabrik erfährt der Alte Leipziger Bahnhof endlich die kleinteilige Nutzung, die wir immer gefordert haben“, freut sich Uwe Sochor vom Unternehmerverein Pieschen. „Wenn das eigentliche Bahnhofsgebäude nebenan mit Hilfe von Denkmalschutzfördermitteln etwa in ein Kulturcafé verwandelt und auch alle weiteren historischen Gebäude saniert und genutzt werden, dann kann ein Stadtteilzentrum aus Kleingewerbe, Büros und Wohnungen entstehen. Wenn also die Nutzung dem Gebäudebestand angepasst wird und eben nicht ein riesenhaftes Einkaufsland für Autofahrer alles platt macht, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Die Blaue Fabrik ist hier Pionier!“

Dreizehn Ateliers und Probenräume hat die Blaue Fabrik künftig in der Grünen Villa im Angebot, die Vereinsmitglieder nutzen und die unter anderem an Jazzbands vermietet werden. Ein „Projektraum“ für Kurse, Workshops und Nutzungen aller Art sowie ein heller „Lichthof“ mit 15 Meter Deckenhöhe und 80 m2 Nutzfläche stehen ebenfalls zur Verfügung. Hier werden Konzerte stattfinden. Außerdem bietet die Blaue Fabrik in Kürze ein Atelier inklusive kleiner angeschlossener Wohnung für externe Künstler als „Art in Residence-Ateliers“ an.

Am 2. und 3. September feiert die Künstlervereinigung offiziell ihren Umzug zum Alten Leipziger Bahnhof mit einem vielfältigen Kulturprogramm. Heute gibt es ab 19.00 Uhr Free-Jazz mit Schlagzeug und Saxophon und ab 21.00 Uhr dann Klezmer, Chanson und Folk mit „BaranButz“.

„Die Jazzkonzerte und Kunstausstellungen in der Grünen Villa werden dem Areal Leben einhauchen“, so Sochor. „Kombiniert mit den Kulturhotspots an der Gothaer Straße wie dem Puschkin-Club, dem Alten Schlachthof, dem Club My House und dem Club Neu könnte die Blaue Fabrik einen perfekten Rahmen bilden für einen neuen Stadtteil aus Wohnen und Arbeiten entlang der Leipziger Straße. Welche andere Kulturstadt hat noch so ein großes und auch geschichtsträchtiges Areal mit so viel Potential? Nur eins fehlt dafür noch: Der Stadtrat muss den städtebaulich irrsinnigen Globus-Plänen endlich per Aufhebungsbeschluss ein Ende setzen!“

Globus? Das sagen die Stadtratskandidaten…

Standard

Die Stadtratswahl steht vor der Tür. Am 25. Mai haben es alle Dresdner in der Hand, über die Zukunft ihrer Stadt zu entscheiden. Die Allianz für Dresden hat bei den Spitzenkandidaten der Wahlkreise Pieschen und Neustadt nachgehakt, welche Auffassung sie zum Thema Globus-Ansiedlung haben…

WAHLKREIS NEUSTADT

 

Bild

Gunter Thiele – CDU

„Die CDU in der Neustadt hat sich gegen das Projekt positioniert, die Stadtratsfraktion mehrheitlich dafür. Wenn die Ergebnisse der öffentlichen Auslage vorliegen, wird erneut über das Projekt diskutiert und entschieden. Dem möchte ich derzeit nicht vorgreifen.“


Neustadt-Grüne_Jens Hoffsommer

Jens Hoffsommer – Die Grünen

„Ich lehne den Globus ab. Er schadet lokalem Gewerbe und Einzelhandel und widerspricht allen städteplanerischen Überlegungen für diese Fläche. Dresden braucht Wohnungen und keinen weiteren Mammut- Einkaufsmarkt!“

 


Neustadt-SPD_Vincent Drews

Vincent Drews – SPD

„Ich werde mich im Stadtrat gegen den Globus am Alten Leipziger Bahnhof einsetzen um die funktionierende Einzelhandelsstruktur in der Neustadt zu schützen. Das Viertel braucht keine neuen Konsumtempel!“

 


Jacqueline Muth – DIE LINKE

„Großflächige Einzelhandelsansiedlungen – egal wo in Dresden – lehne ich ab. Wir von den LINKEN dazu: Dresden genehmigt keine weiteren Großeinkaufscenter, sondern fördert den kleinteiligen Einzelhandel.“


 Benita Horst – FDP

„Mit dem Bau des GLOBUS Marktes wird es einen Impuls für das gesamte Areal rund um den Bahnhof Neustadt geben. Gastronomie, Büros und Kulturschaffende werden sich ebenso ansiedeln und für Leben sorgen.“

 


Marcel Ritschel – Piraten 

„Wir brauchen Globus nicht. Das Areal sollte genutzt werden, um Platz für Kultur und Wohnraum zu schaffen. Es sollen die Stimmen und Interessen der Menschen vor Ort erhört und berücksichtigt werden.“

 


Roswitha Beyer – Bündnis Freie Bürger 

„Ich bin gegen Globus. Es wird zum Verkehrskollaps kommen und dem Einzelhandel in Neustadt/ Pieschen massiv schaden. Die historisch bedeutsame Fläche fehlt dann für kulturelle Zwecke oder junge Firmengründer.“

 


Stefan Strauss – AfD

„Die AfD begrüßt jedes direkte Engagement für unsere Stadt. Ihres genauso wie das von Globus. Nur so gelangt man zu einem Interessenausgleich. Gewinnen wird die Stadt: Eine Brache wird revitalisiert.“

 

 

WAHLKREIS PIESCHEN

 

CDU-Shooting Veit Böhm – CDU

„Als Ortsbeirat habe ich mich gegen eine Globus-Ansiedlung ausgesprochen. Da bislang kaum positive Effekte für Pieschen erkennbar sind, sehe ich entsprechende Planungen weiterhin kritisch.“

 


Pieschen-GRÜNE_Kati_Bischoffberger

Kati Bischoffberger – Die Grünen

„Ein Großmarkt gefährdet die Vielfalt kleiner Läden und damit ein Stück Stadtteilkultur. Anstelle von GLOBUS könnten Wohnungen, Kultureinrichtungen und viele kleine Geschäfte entstehen! Wir GRÜNE werden gegen das GLOBUS-Projekt stimmen.“

 


Pieschen-SPD Richard Kaniewski

Richard Kaniewski – SPD

„Globus wird es mit mir nicht geben. Das Areal sollte stattdessen lieber als neuer Ortsteil für Wohnen, Kultur und Freizeitnutzung entwickelt werden. Dafür setzen sich die SPD und ich ein.“

 


Kandidat zur Stadtratswahl 2014 der Partei DIE LINKE

Pia Barkow – DIE LINKE

„Bei einer Abstimmung über Globus– wie auch zu anderen großflächigen Einzelhandelsprojekten in Dresden – wäre für mich die Linie meiner Partei: „Dresden genehmigt keine weiteren Groß-Einkaufszentren, sondern fördert den kleinteiligen Einzelhandel“ ausschlaggebend.“

 


Pieschen-JUNGE FREIE WÄHLER_Heiko PetzoldHeiko Petzold – Junge Freie Wähler

„Balance zwischen Groß- und Einzelhandel! Nicht jedem Großinvestor nachlaufen, der Einzelhändler gefährdet, die schon durch Onlineeinkäufe geschwächt sind. Mit Globus reden, notfalls weniger Parkplätze. Was passiert, wenn man die Bevölkerung verärgert, zeigt das Computerspiel SIM CITY.“


Pieschen-FDP_Matteo Böhme

 Matteo Böhme – FDP

„Ich spreche mich für das Globus-Projekt aus. Durch das Projekt werden wichtige Gebäudeteile des historischen Alten Leipziger Bahnhofs erhalten, die sonst endgültig verfallen würden.“

 


Pieschen-FREIE BÜRGER_Roman Köhler

Roman Köhler – Bündnis Freie Bürger

„Noch ein Shopping-Tempel? Das ist eine klasse Idee! Dann kann ich endlich dort einkaufen, wo bezahlbarer Wohnraum sowie Kreativ-Raum für Künstler und Musiker viel sinnvoller gewesen wäre!“

 


Pieschen-PIRATEN_Jan Kossick_Quelle Ariane Dreisbach_verkleinertJan Kossick – Piraten

„Ich bin gegen das Globus-Projekt, da es meiner Vorstellung einer Stadt der kurzen Wege – mit guter Durchmischung von Wohnen, sozialer Infrastruktur, Gewerbe und Kultur – widerspricht.“


Pieschen-AfD_Arndt Noack

Arndt Noak – AfD

„Ich bin strikt gegen Globus, das Potential für Riesenmärkte ist ausgeschöpft. Wir unterstützen stattdessen eine gemischte Wohn- und Gewerbebebauung mit kleineren Handelsflächen. Die merkwürdige Eile beim Alten Leipziger Bahnhof ist zu hinterfragen. Unterdessen vermodert das Sachsenbad.“