Podium mit Baubürgermeister zu Alternativplänen für Alten Leipziger Bahnhof

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Seit mindestens fünf Jahren ist der Alte Leipziger Bahnhof, Kopfbahnhof der ersten Fernbahnlinie Deutschlands, nun schon regelmäßig Thema in den lokalen, aber auch überregionalen Medien. Vor allem die Pläne der Globus Warenhaus Holding, der Eigentümerin des Areals, auf dem weitläufigen Gelände ein großes SB-Warenhaus einschließlich vorgelagerter Einkaufsmall und großem Parkplatz zu errichten, sorgen für intensive Debatten in der Öffentlichkeit und im Stadtrat.

Unbestritten ist das denkmalgeschützte Ensemble von technik- und kulturhistorischer Bedeutung. Die Frage ist nur, wie die Gebäude und das ehemalige Eisenbahngelände eine städtebaulich vernünftige, denkmalgerechte sowie stadtverträgliche Nutzung und Wiederbelebung erfahren können. Gibt es Alternativen zu den Globus-Plänen? Gibt es andernorts Beispiele für eine geschickte Umnutzung alter ungenutzter Bahnhofsareale? Was wäre die beste Lösung auch und gerade für die noch zu entwickelnde Leipziger Vorstadt?

Um diesen Fragen nachzugehen, hat das Entwicklungsforum Dresden kompetente Gesprächspartner zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Der Pirnaer Architekt Dipl.-Ing. Jörg Möser wird in einem einleitenden Vortrag Beispiele denkmalgerechter Umnutzung stillgelegter Bahnhöfe weltweit sowie alternative Ideen und Pläne für den Alten Leipziger Bahnhof vorstellen. Im Anschluss wird ein Podium aus namhaften Architekten und Denkmalschützern gemeinsam mit Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain über die Zukunft des Areals diskutieren. Neben dem Bürgermeister und dem Referenten sitzen Jens Zander (Architekt, Dresden) sowie Prof. Thomas Will (Architekt, TU Dresden, Professur für Denkmalpflege und Entwerfen) mit auf dem Podium. Die Moderation übernimmt Dr. Jörg Wildoer vom Entwicklungsforum Dresden e.V.

Das Entwicklungsforum Dresden lädt herzlich ein zu:

Dresdens Alter Leipziger Bahnhof – Ein Denkmal mit Potential
Fachvortrag und Podiumsdiskussion

Montag, 28. November 2016, 19.00 Uhr

Blaue Fabrik, Eisenbahnstraße 1, 01097 Dresden
(„Grüne Villa“ auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs)

Internet: www.entwicklungsforum-dresden.de

Blaue Fabrik: So geht Alter Leipziger Bahnhof!

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Blaue Fabrik2 Foto Blaue Fabrik

An diesem Wochenende kommt Kultur an die Eisenbahnstraße in der Leipziger Vorstadt: Der Kulturverein Blaue Fabrik e.V. feiert am 2. und 3. September mit einem umfangreichen Festprogramm aus Kunst, Jazzmusik und Tanz seinen Umzug in die sogenannte „Grüne Villa“ direkt neben dem Eingangsgebäude des Alten Leipziger Bahnhofes. Wir begrüßen den Umzug des Kulturvereins ausdrücklich und loben den Mut der Vereinsverantwortlichen, in die bisher in den Abendstunden eher stille östliche Leipziger Vorstadt zu ziehen. Mehr noch: Der Schritt der Kulturaktiven rund um Geschäftsführer Holger Knaak ist ein erster Schritt für eine gemischte Nutzung des Alten Leipziger Bahnhofes. Ein Schritt ganz im Sinne einer vernünftigen Entwicklung der Leipziger Vorstadt als neues Stadtquartier, wie es das Rathaus schon lange plant.

Bereits seit Anfang Juni werkelt die Blaue Fabrik an ihrer neuen Heimat, der „Grünen Villa“ auf der Eisenbahnstraße 1. Einige Freiluftkonzerte fanden im Gartenbereich des Gebäudes bereits statt. Nach dem sehr versteckten und auch engen Übergangsdomizil in einem Gebäude hinter der Post an der Königsbrücker Straße kann der Kulturverein nun satte 800 m2 Fläche für sein Kulturengagement nutzen. „Mit der Blauen Fabrik erfährt der Alte Leipziger Bahnhof endlich die kleinteilige Nutzung, die wir immer gefordert haben“, freut sich Uwe Sochor vom Unternehmerverein Pieschen. „Wenn das eigentliche Bahnhofsgebäude nebenan mit Hilfe von Denkmalschutzfördermitteln etwa in ein Kulturcafé verwandelt und auch alle weiteren historischen Gebäude saniert und genutzt werden, dann kann ein Stadtteilzentrum aus Kleingewerbe, Büros und Wohnungen entstehen. Wenn also die Nutzung dem Gebäudebestand angepasst wird und eben nicht ein riesenhaftes Einkaufsland für Autofahrer alles platt macht, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Die Blaue Fabrik ist hier Pionier!“

Dreizehn Ateliers und Probenräume hat die Blaue Fabrik künftig in der Grünen Villa im Angebot, die Vereinsmitglieder nutzen und die unter anderem an Jazzbands vermietet werden. Ein „Projektraum“ für Kurse, Workshops und Nutzungen aller Art sowie ein heller „Lichthof“ mit 15 Meter Deckenhöhe und 80 m2 Nutzfläche stehen ebenfalls zur Verfügung. Hier werden Konzerte stattfinden. Außerdem bietet die Blaue Fabrik in Kürze ein Atelier inklusive kleiner angeschlossener Wohnung für externe Künstler als „Art in Residence-Ateliers“ an.

Am 2. und 3. September feiert die Künstlervereinigung offiziell ihren Umzug zum Alten Leipziger Bahnhof mit einem vielfältigen Kulturprogramm. Heute gibt es ab 19.00 Uhr Free-Jazz mit Schlagzeug und Saxophon und ab 21.00 Uhr dann Klezmer, Chanson und Folk mit „BaranButz“.

„Die Jazzkonzerte und Kunstausstellungen in der Grünen Villa werden dem Areal Leben einhauchen“, so Sochor. „Kombiniert mit den Kulturhotspots an der Gothaer Straße wie dem Puschkin-Club, dem Alten Schlachthof, dem Club My House und dem Club Neu könnte die Blaue Fabrik einen perfekten Rahmen bilden für einen neuen Stadtteil aus Wohnen und Arbeiten entlang der Leipziger Straße. Welche andere Kulturstadt hat noch so ein großes und auch geschichtsträchtiges Areal mit so viel Potential? Nur eins fehlt dafür noch: Der Stadtrat muss den städtebaulich irrsinnigen Globus-Plänen endlich per Aufhebungsbeschluss ein Ende setzen!“

Sieg der Vernunft: Globus in Leipziger Vorstadt vom Tisch

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Das Shopping-Großprojekt der Globus SB-Warenhaus Holding am Alten Leipziger Bahnhof scheint vom Tisch. Die Stadtratsmehrheit aus LINKE, SPD, Grünen und Piraten beschloss im Stadtrat, den Masterplan Leipziger Vorstadt zu überarbeiten und darin Einzelhandelsflächen von maximal 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und 1.200 Quadratmetern Geschossfläche zuzulassen. Schon der aktuelle Masterplan von 2009 hatte am Alten Leipziger Bahnhof kein Einkaufszentrum vorgesehen. Die Allianz für Dresden begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. Was die künftige Entwicklung der Leipziger Vorstadt angeht, so wird sich das Bündnis auch weiter konstruktiv engagieren und dabei seine Expertise einbringen.

Endlich werden die Weichen an der Eisenbahnstraße richtig gestellt

Knapp über ein Jahr nach der in Dresden heftig umstrittenen Pro-Globus-Entscheidung des alten Stadtrates Anfang März 2014 scheint nun endlich die stadtplanerische Vernunft wieder Einzug zu halten. Der Stadtrat beauftragte mit den Stimmen von LINKE, SPD, Grünen und Piraten die Stadtverwaltung, den Masterplan Leipziger Vorstadt weiterzuentwickeln und bis dahin keinerlei Baugenehmigungen in diesem Gebiet zu erteilen. Außerdem darf laut Beschluss im Masterplan-Gebiet kein großflächiger Einzelhandel entstehen. Vorhaben mit Verkaufsflächen über 800 Quadratmeter oder über 1.200 Geschossfläche sind ausgeschlossen. „Dies ist eine ausgesprochen gute Nachricht für die Leipziger Vorstadt, aber auch für den existierenden Einzelhandel“, freut sich Uwe Sochor von der Allianz für Dresden. „Unser jahrelanger Kampf gegen das überdimensionierte, überflüssige und städtebaulich höchst fragwürdige Globus-Projekt scheint sich ausgezahlt zu haben.“

Mit diesem Beschluss hat auch die LINKE im Dresdner Stadtrat endlich eine eindeutige Position bezogen und ist von ihrer bisherigen und eher unklaren Haltung nun zu einem klaren und einheitlichen Nein gegenüber Globus am Alten Leipziger Bahnhof übergegangen. „Knapp 400 Einwendungen gingen letztes Frühjahr gegen das Projekt bei der Stadt ein, darunter zahlreiche Gutachten von Fachexperten aus dem gesamten Bundesgebiet. Und auch jetzt beim Entwurf des Flächennutzungsplanes waren es wieder sehr viele Einwendungen. Das konnte die Linke am Ende dann doch nicht mehr ignorieren“, konstatiert Sochor. „Dresden hat nun einmal mit derzeit rund 930.000 Quadratmetern mehr als genug Einzelhandelsfläche und da sind die neue Mall am Albertplatz und das Center am Straßburger Platz noch gar nicht mitgerechnet. Insgesamt 170 Lebensmitteldiscounter gibt es bereits im Stadtgebiet. Die Überversorgung ist augenfällig.“

Mit den beschlossenen Eckpunkten zur Leipziger Vorstadt, die auch preiswertes Wohnen, die Kulturspange, Grünzüge und die Restaurierung der historischen Gebäude des Alten Leipziger Bahnhofs vorsehen, kann der Stadtteil nach Ansicht der Allianz für Dresden nun tatsächlich zukunftstauglich und bürgernah entwickelt werden. Im September sollen die Festlegungen zum Gebietshochwasserschutz und zum Masterplan von der Stadtverwaltung vorgelegt werden. „Dann kann es endlich auch mit diesem Stadtteil weitergehen“, bekräftigt Uwe Sochor. „Wir werden uns weiter einbringen und darauf achten, dass hier etwas mit Hand und Fuß herauskommt und dass wie versprochen Anwohner und Grundstückseigentümer in die weiteren Planungen mit einbezogen werden.“

Leipziger Vorstadt 2015 endlich voranbringen!

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Allianz für Dresden_Ortho2012_2013_50cmIn der Leipziger Vorstadt geht es nicht voran. Streit um den Bebauungsumfang beim Marina Garden, Verzögerungen bei der Definition des Hochwasserschutzes bei der Hafencity und das Setzen auf ein schädliches und letztendlich nicht genehmigungsfähiges Großshopping-Projekt wie Globus lähmen die Entwicklung. Dabei wäre gerade jetzt, in Zeiten des Baubooms, die Gelegenheit günstig, einen neuen Stadtteil entstehen zu lassen. Die Allianz für Dresden ruft daher die Verwaltung und vor allem den Stadtrat auf: Bringen Sie 2015 die Leipziger Vorstadt endlich voran!

Nachgedacht und geplant wurde schon viel zur Leipziger Vorstadt. Dresdens neue Stadtratsmehrheit will nun den Masterplan Leipziger Vorstadt wiederbeleben und bis 2016 überarbeiten lassen. Doch der seit der Kommunalwahl neu zusammengesetzte Stadtrat hat dem Stadtplanungsamt bis heute keinen entsprechenden Auftrag erteilt. „Hier muss 2015 Bewegung hinein“, fordert Uwe Sochor vom Unternehmerverein Pieschen und Mitglied der Allianz. „Auch wenn dieses Jahr OB-Wahlen anstehen und der Baubürgermeister ebenfalls neu gewählt wird, sollte der Stadtrat mehr dafür tun, um die Entwicklung dieses Gebietes, welches dank seiner Innenstadtnähe und Elblage ein enormes Potential hat, rechtzeitig voranzubringen.“

Allianz für Dresden ruft Stadtrat und Verwaltung zum Handeln auf

Wenn 2015 nicht entscheidende Schritte getan werden, so die Befürchtung der Allianz für Dresden, schließt sich das Bauboom-Zeitfenster wieder und die Flächen zwischen Eisenbahntrasse und Erfurter Straße verharren weiterhin im Dornröschenschlaf. „Sowohl beim Marina Garden als auch bei der Hafencity müssen doch Lösungen möglich sein. Die Hochwasserberechnungen liegen schließlich grundsätzlich alle vor. Der Stadtrat könnte darauf aufbauend schnell Baurecht schaffen“, so Jens Heinrich Zander, stadtbekannter Architekt und ebenfalls Mitglied der Allianz für Dresden. „Was die großen Flächen auf der anderen Seite der Leipziger Straße angeht, so sollten die Eigentümer sich zusammentun und gemeinsam einen Nutzungs- und Anliegenkatalog formulieren, auf dessen Grundlage das Stadtplanungsamt dann zügig Bebauungspläne für den Stadtrat erarbeitet. Das eine oder andere Stadtratsmitglied könnte dabei durch sanften Druck den Prozess beschleunigen.“

Will man die Entwicklung der Leipziger Vorstadt voranbringen, sind jedoch Gespräche mit den Eigentümern unerlässlich. Die Allianz für Dresden steht hier bereits im Kontakt zu den Grundstücksbesitzern. Nach einem ersten Treffen Mitte November soll es im Februar weitere Beratungen geben. Auch Globus ist hier in der Pflicht, sich Gedanken über sein großes Grundstück zu machen. Das riesige Warenhaus jedenfalls wird nicht kommen. „Wenn es gelingt, die unterschiedlichen Interessenslagen unter einen Hut zu bringen, der Dresdner Stadtrat deutlich mehr Engagement zeigt und die erforderlichen Bebauungspläne in Auftrag gibt, dann kann, so denken wir, schon 2016 mit ersten Erschließungsmaßnahmen auf der landwärtigen Seite der Leipziger Straße begonnen werden.“

Grundstücksneuordnungen, Rahmen- und Einzelbebauungspläne werden nötig sein, damit ein klar gegliederter Stadtteil entstehen kann. Dazu müssen viele Gespräche geführt werden. „Der Masterplan Leipziger Vorstadt muss gar nicht groß überarbeitet werden, er bietet ausreichend Spielräume“, so Zander abschließend. „Schon jetzt kann weitergearbeitet werden. Der Masterplan hat ja bereits Entwicklungsphasen definiert, man sollte schlichtweg einmal damit beginnen! Ziel muss sein, endlich einen städtebaulich durchdachten, gemischten und kleinteiligen Stadtteil zu realisieren.“

Kein Globus bis 2016!

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Stadtrat neu

Linke, Grüne, SPD und Piraten stellen ihre neue Kooperationsvereinbarung vor: Eva Jähningen (Grüne), Norbert Engemaier (Piraten), Albrecht Pallas (SPD), Annekatrin Klepsch (Linke), Michael Schmelich (Grüne), André Schollbach (Linke) (v.l.n.r.)

Es geht voran: Heute stellten die zukünftigen Stadtratskandidaten der Linken, Grünen, SPD und Piraten ihren sogenannten Kooperationsvertrag der Öffentlichkeit vor. Darin haben sie die wichtigsten gemeinsamen Ziele festgehalten.

In Bezug auf den Masterplan Leipziger Vorstadt haben sich die Fraktionen darauf geeinigt, bestehende Baupläne vorerst zu stoppen. „Wir werden die Überarbeitung des Masterplanes in Auftrag geben“, so SPD-Landtagsabgeordnete und Dresdner SPD-Chefin Sabine Friedel. „Doch dafür brauchen wir die entsprechenden Grundlagen vom Land Sachsen – besonders hinsichtlich des Hochwasserschutzes. Die Überarbeitung soll bis 2016 abgeschlossen sein. Bauprojekte wie das Einkaufszentrum Globus oder die Hafen City werden wir bis dahin nicht zulassen.“ Konkrete Pläne für das Gebiet gäbe es bislang keine, jedoch bevorzuge man die Lösung einer Wohnbebauung und wolle den kleinteiligen Handel förden. Dies widerspricht der geplanten Änderung des Flächennutzungsplans (von „Verkehrsfläche Bahnanlagen einschließlich Bahnhöfe und Haltepunkte“ zu “Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung großflächiger Einzelhandel”) des alten Stadtrates und orientiert sich am bestehenden Masterplan. Ein gutes Zeichen für eine positive und einwohnerfreundliche Entwicklung der Leipziger Vorstadt!

KooperationsvereinbarungAls weiteres wesentliches Ziel wollen sich die Dresdner Politiker für bezahlbares Wohnen einsetzen. Der Wiederaufbau eines kommunalen Wohnungsbestandes steht dabei im Mittelpunkt und soll konkret mit Hilfe eines Bündnisses für bezahlbares Wohnen sowie der Gründung einer neuen Wohnungsgesellschaft realisiert werden. Letztere wollen die Fraktionen noch 2014 auf den Weg bringen. „Ein schuldenfreier Haushalt ist dabei für uns die Maßgabe“, bekräftigt Michael Schmelich (Grüne).

Der Zusammenschluss von Parteien als Kooperation (statt als Koalition) ist in Sachsen ein Novum. Mit der Kooperationsvereinbarung wollen die Parteien weg vom Koalitionszwang und ihre Eigenständigkeit bewahren. Sie sei eine stabile Grundlage für die folgende gemeinsame Arbeit, so André Schollbach, Fraktionsvorsitzender der Linken. Die Festlegungen der Kooperationsvereinbarung seien also auf jeden Fall gesetzt. Bei anderen, noch nicht geklärten, Fragen bemühe man sich um Einigkeit. Diese sei jedoch kein unabdingbares Muss. Falls die Parteien trotz intensiver Diskussionen zu keinem Konsens gelangten, würde die Abstimmung im Stadtrat darüber entscheiden. Politische Entscheidungen sollen so fach- und themenbezogen gefällt werden. „In der Vergangenheit wurden die Prinzipien der Stadtentwicklung einfach weggewischt“, sagt Albrecht Pallas (SPD). „Das sieht man beispielsweise an der Missachtung des Zentrenkonzepts. Solche Fehler sollen in Zukunft vermieden werden.“

Der verwirrte Herr Marx

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1,5 Quadratmeter. Das ist der Durchschnitt an Verkaufsfläche, die jedem Deutschen zur Verfügung steht. In Dresden sind es inzwischen 1,7 Quadratmeter. Das Problem: Ein Großteil dieser Fläche wird von riesigen Einkaufsmalls (Altmarktgalerie, Elbpark, etc.) belegt – kleinere, individuelle Geschäfte in den Ortsteilzentren sind in der Minderheit und werden verdrängt. Nun soll sich auch noch das Globus-Warenhaus mit einer Verkaufsfläche von weit über 8.000 Quadratmetern am Alten Leipziger Bahnhof ansiedeln.

Die Gründe für die immense Kritik an diesem Projekt wurzeln aber nicht nur – wie von vielen angenommen – in der drohenden Konkurrenz für die umliegenden Händler. Auch aus Sicht der Stadtplanung wäre Globus ein Fiasko. Für das Gebiet Leipziger Vorstadt war nämlich die „Entwicklung eines Images und Labels für eine unverwechselbare, neue Adresse Dresdens“ geplant. So steht es im – von Jörn Marx (Baubürgermeister, CDU) unterschriebenen – Ergebnisprotokoll „Runder Tisch Leipziger Vorstadt-Nord“ von 2010, das der Allianz für Dresden vorliegt. Jörn Marx hatte bei jenem Treffen am 3. Dezember 2010 im World Trade Center die Leitung inne. Auch Globus-Projektentwickler Enrico Wilde nahm an der Gesprächsrunde teil. Laut Protokoll einigte man sich auf folgende (einander bedingende) Punkte:

  • Masterplan als Ziel und städtebauliches Grundgerüst (-> Masterplan L. V. = Mischung aus Wohnungen, Büros, kleinteiligem Gewerbe, Globus-Plan = Widerspruch)
  • Bestätigung eines Nutzungsspektrums von Wohnen, Kultur, Gewerbe und Einzelhandel unter Berücksichtigung des Zentrenkonzeptes (= Beschluss, neue Einzelhandelsvorhaben nur noch in Ortsteilzentren und in Innenstadt zu realisieren, Globus-Plan = Widerspruch) der Landeshauptstadt Dresden und der Maßstäblichkeit der geplanten Handelseinrichtungen

Die 2009 einstimmig vom Stadtrat beschlossene „Idee“ am Alten Leipziger Bahnhof eine Mischung aus Wohnen und kleineren Geschäften zu etablieren, wurde 2010 auch vorn Jörn Marx befürwortet. Umso überraschender kommt nun aktuell die Aussage von Jörn Marx im Interview mit dem Fernsehsender Dresdeneins (http://www.dresdeneins.tv/nachrichten/Dresdens_neue_Maerkte-2295.html). Hier sagt er:

„Ok, das (Areal Alter Leipziger Bahnhof, A.d.V.) ist ein zentraler Ort. Wir haben dort eine Brache letztendlich, die bisher überhaupt nicht angedacht war, so weiterzuentwickeln. Wir haben auch keine Ideen für eine weitere Nutzung dort gehabt und dann hatten wir einen Investor – Globus- der hier gesagt hat: ‚Ok, wir können uns das vorstellen, in diesem Bereich (…) einen Discounter unterzubringen, einen Vollsortimenter, (…)‘.“

Wir geben zu: Der Streit um das Globus-Projekt zieht sich schon seit längerer Zeit hin (siehe dazu auch http://www.dresdeneins.tv/Nachrichten_Archiv/Streit_um_GlobusMarkt-1593.html). Aber ein derartiger Gedächtnisverlust sollte einem Baubürgermeister dennoch nicht unterlaufen. Oder wollen Sie den Dresdnern gezielt Infos vorenthalten, Herr Marx?