Dresdner Linke bremst Entwicklung der Leipziger Vorstadt

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Die gestrige Stadtratssitzung wurde mit Spannung erwartet. Endlich sollte es im Fall der großflächigen Ansiedlung des Globus-Marktes auf dem Areal des Alten Leipziger Bahnhofs zu einer wegweisenden Entscheidung kommen. Die Ortsbeiräte Neustadt und Pieschen hatten sich bereits mit großer Mehrheit gegen das Großprojekt ausgesprochen. Die Grünen und die SPD forderten folgerichtig in einem Antrag, den Aufstellungsbeschluss zum Bau des Großprojektes endlich aufzuheben. Das hätte das Aus des Projektes an diesem Standort bedeutet.

Leider hat nun die mehrheitliche Enthaltung der Linken dazu geführt, dass der Antrag abgelehnt wurde und es auf absehbare Zukunft keine zukunftsorientierte Lösung für das so wichtige Areal in der Leipziger Vorstadt geben wird. Wir sind nun mehr als enttäuscht, dass der Stadtrat es versäumt hat, die Entwicklung des Gebiets in vernünftige Bahnen, wie beispielweise Wohnungsbau zu lenken. Das Unverständnis gegenüber dem Abstimmungsergebnis der Linken, die ja genau mit diesem Thema die letzten Kommunalwahlen dominiert haben, ist deshalb äußerst groß.

„Mit diesem bislang unerklärbaren politischen Auftreten stiehlt sich die Linke aus der Verantwortung“, so Uwe Sochor, Gründer der Allianz für Dresden. „Die Enthaltung der Linken kommt einer Befürwortung der Expansion großflächigen Handels gleich. Damit vertreten sie in keiner Weise die Interessen des Mittelstandes, sondern begünstigen ein Projekt, das sowohl den kleinen und mittleren Handel als auch eine nachhaltige Entwicklung eines wertvollen, zentralen Stadtteils, der Leipziger Vorstadt, zerstört. Zunächst einmal hat das Abstimmungsergebnis aber vor allem eines gebracht: zähen Stillstand.“

Auch Dr. Martin Schulte-Wisserman, Stadtrat der Piratenpartei, äußert sich irritiert über die Enthaltung der Linken: „Das linke Wahlprogramm spricht sich gegen die Ansiedlung solcher Großprojekte wie Globus aus und steht für nachhaltige Politik sowie für die Schaffung neuen Wohnraums. Das Abstimmungsergebnis im Fall Globus spiegelt das linke Wahlprogramm in keiner Weise wider.“ Nicht nur ihm, sondern auch vielen anderen Dresdnern ist schleierhaft, wie dieser Stimmungsumschwung der Linkspartei innerhalb von nur zwei Jahren zustande kommt. So war man 2014 noch mehrheitlich auf der Seite von SPD und BündnisGrünen in der Ablehnung dieses „Monsterbaus“, und jetzt wird plötzlich der Schulterschluss mit CDU/FDP/AfD geübt.

Nun muss die Stadtverwaltung weiter für den Globus-Markt planen. Eine konfuse Situation, denn auf der anderen Seite wurde beschlossen, dass die Stadt einen Alternativstandort für Globus suchen soll. Jetzt muss also in beide Richtungen geplant werden – eine Verschwendung von Zeit und Geld, die dazu führt, dass das Potenzial der Leipziger Vorstadt und des Areals weiterhin brach liegen wird. „Wir werden uns aber allen Merkwürdigkeiten zum Trotz weiterhin für eine sinnvolle Nutzung stark machen und hoffen, dass sich auch die Linksfraktion irgendwann mal wieder an die Koalitionsvereinbarung von Rot-Rot-Grün gebunden fühlt und auch dementsprechend handelt“, so Sochor.

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Stadt soll Alternative für Globus suchen

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Endlich kommt wieder Bewegung in den Fall Globus. Die Stadtratskooperation aus LINKE, SPD, Grünen und Piraten hat einen Antrag an die Stadtverwaltung formuliert, in dem sie die Stadt dazu auffordert für das Handelsunternehmen Globus eine Alternativfläche zu finden (mehr dazu in der DNN: ). Das wäre ein großer Erfolg für die Zukunft der Leipziger Vorstadt!

Doch eines ist auch klar: Ein stadtverträgliches Grundstück zu finden, das den Anforderungen von Globus genügt, wird eine Herausforderung! Außerdem ist es jetzt an der Zeit noch einen Schritt weiterzugehen:

„Bei aller Suche nach Alternativstandorten wäre es gleichzeitig für den Stadtrat an der Zeit, das verfehlte Großvorhaben am Alten Leipziger Bahnhof per Aufhebungsbeschluss zu beerdigen“, so Diego Schwarz, Leiter des Dresdner Kreisverbandes beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW). „Das wäre konsequentes politisches Handeln. Das Zögern von der Rot-Grün-Rot in dieser Frage ist nicht nachvollziehbar. Die Ideen des Pirnaer Architekten Jörg Möser und die prämierte Diplomarbeit von Maximilian Kunze sind realistische Konzepte und gehen respektvoll mit dem historischen Bahnhof um. Käme der Aufhebungsbeschluss, könnten diese Entwürfe zeitnah durch einen neuen Eigentümer umgesetzt werden.“

 

Globus-Warenhaus: Viele Fragen sind noch immer offen

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Die Diskussionen um das geplante riesige Einkaufszentrum der Globus SB-Warenholding auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofes geht unvermindert weiter. Nun behaupten Vertreter des Unternehmens im Rahmen eines Zeitungsinterviews, alle Auflagen erfüllt und alle relevanten Gutachten erbracht zu haben. In Wahrheit ist allerdings gar nichts geklärt. Noch immer gibt es keine öffentliche Auswertung der gut 370 Einwendungen gegen den Bebauungsplan für das Großvorhaben und noch immer ist keine einzige der in den zahlreichen Gutachten aufgeworfenen Fragen von Globus tatsächlich beantwortet worden. Die Fülle der Probleme mit dem Areal sind wohl auch der Hintergrund für die Suche nach einer Ersatzfläche.

Während sich in den letzten Monaten die Diskussion vor allem um eventuelle Zugeständnisse bezüglich der geplanten Verkaufsfläche sowie um eine Ersatzfläche für Globus drehte, kehrt in diesen Tagen die Debatte um das Einzelhandels-Großvorhaben zu ihren Wurzeln zurück. Beim Verfahren des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für das Projekt ist die Auswertung und Abwägung der gut 370 im Jahr 2014 eingegangenen Einwendungen gegen das Vorhaben noch immer nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. „Auch auf die zahlreichen Kritikpunkte in den eingegangenen Gutachten ist Globus noch mit keinem einzigen Wort eingegangen“, konstatiert Uwe Sochor vom Unternehmerverein Pieschen und Mitglied der Allianz für Dresden. „Es gibt kritische Gutachten und Untersuchungen zum Denkmalschutz, zu den Verkehrsauswirkungen, zum Umwelt- und Naturschutz, zur Rechtmäßigkeit bezogen auf den Landesentwicklungsplan und mindestens fünf kritische zum Thema Einzelhandelsentwicklung. Lediglich ein Gutachten, bekanntermaßen von Globus selbst in Auftrag gegeben, bewertet das Projekt positiv. Wenn die Globus-Vertreter nun davon sprechen, dass alle Gutachten erbracht wurden, dann beziehen sie sich sicher nur auf das von ihnen selbst bezahlte. So kann man nicht seriös diskutieren.“

Mit der Fülle an Gutachten, mindestens zehn seit 2011 (sie liegen der Allianz für Dresden vollständig vor), gehört das Globus-Projekt am Alten Leipziger Bahnhof sicherlich zu den deutschlandweit am intensivsten untersuchten Einzelhandelsgroßprojekten. „Viele unter den 370 Einwendungen beinhalten gewichtige Argumente, die keineswegs aus der Luft gegriffen sind. Gerade die aufgeworfenen Fragen in den etwa vom Handelsverband Sachsen beauftragten Fachgutachten harren immer noch einer Antwort durch Globus. All diese Fragen muss Globus als Vorhabenträger in dem vorhabenbezogenen B-Plan-Verfahren eigentlich beantworten“, so Sochor. „Wir gehen davon aus, dass Globus festgestellt hat dass für das Areal keine rechtsicheren Antworten auf die Probleme eines solchen Monsterkaufhauses gegeben werden können und deshalb die Stadt jetzt einen neuen Standort suchen soll. Aus diesem Grund soll nun der Druck erhöht werden. Dabei war es einzig und allein die Entscheidung von Globus das Gelände zu kaufen. Für die Suche nach einer Alternativfläche nun die Stadt in die Spur zu schicken ist jedenfalls deutschlandweit einmalig.“

Die Allianz für Dresden bleibt weiterhin bei ihrer bisherigen Ablehnung der Globus-Pläne. Sie sind und bleiben in ihren Augen stadtunverträglich, schädigen den vorhandenen Einzelhandel, verschärfen die Überversorgung und verursachen eine unzumutbare Verkehrsbelastung.

Einzig ein Supermarkt von 800 m2 zur Stadtteilversorgung sieht die Allianz in der Leipziger Vorstadt als stadtteilverträglich an. Eine Verkaufsflächenobergrenze, die der Stadtrat übrigens bereits im April 2015 beschlossen hatte. Als Alternative schlägt das Bündnis für den Alten Leipziger Bahnhof seit langem eine gemischte Struktur aus kleinteiligen Geschäften, Künstlerateliers, einem Bahnhofs-Kulturcafé, Büronutzung und Wohnungen, geöffneten Bahnbögen sowie einem Radweg auf der historischen Fernbahntrasse von 1839 vor. Damit könnte, so die Initiative, das alte Bahnhofsgelände elegant zum Treffpunkt für das neue Stadtquartier Leipziger Vorstadt werden. „Architekturideen dafür gibt es jedenfalls schon einige“, so Sochor abschließend.

Podium mit Baubürgermeister zu Alternativplänen für Alten Leipziger Bahnhof

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Seit mindestens fünf Jahren ist der Alte Leipziger Bahnhof, Kopfbahnhof der ersten Fernbahnlinie Deutschlands, nun schon regelmäßig Thema in den lokalen, aber auch überregionalen Medien. Vor allem die Pläne der Globus Warenhaus Holding, der Eigentümerin des Areals, auf dem weitläufigen Gelände ein großes SB-Warenhaus einschließlich vorgelagerter Einkaufsmall und großem Parkplatz zu errichten, sorgen für intensive Debatten in der Öffentlichkeit und im Stadtrat.

Unbestritten ist das denkmalgeschützte Ensemble von technik- und kulturhistorischer Bedeutung. Die Frage ist nur, wie die Gebäude und das ehemalige Eisenbahngelände eine städtebaulich vernünftige, denkmalgerechte sowie stadtverträgliche Nutzung und Wiederbelebung erfahren können. Gibt es Alternativen zu den Globus-Plänen? Gibt es andernorts Beispiele für eine geschickte Umnutzung alter ungenutzter Bahnhofsareale? Was wäre die beste Lösung auch und gerade für die noch zu entwickelnde Leipziger Vorstadt?

Um diesen Fragen nachzugehen, hat das Entwicklungsforum Dresden kompetente Gesprächspartner zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Der Pirnaer Architekt Dipl.-Ing. Jörg Möser wird in einem einleitenden Vortrag Beispiele denkmalgerechter Umnutzung stillgelegter Bahnhöfe weltweit sowie alternative Ideen und Pläne für den Alten Leipziger Bahnhof vorstellen. Im Anschluss wird ein Podium aus namhaften Architekten und Denkmalschützern gemeinsam mit Dresdens Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain über die Zukunft des Areals diskutieren. Neben dem Bürgermeister und dem Referenten sitzen Jens Zander (Architekt, Dresden) sowie Prof. Thomas Will (Architekt, TU Dresden, Professur für Denkmalpflege und Entwerfen) mit auf dem Podium. Die Moderation übernimmt Dr. Jörg Wildoer vom Entwicklungsforum Dresden e.V.

Das Entwicklungsforum Dresden lädt herzlich ein zu:

Dresdens Alter Leipziger Bahnhof – Ein Denkmal mit Potential
Fachvortrag und Podiumsdiskussion

Montag, 28. November 2016, 19.00 Uhr

Blaue Fabrik, Eisenbahnstraße 1, 01097 Dresden
(„Grüne Villa“ auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs)

Internet: www.entwicklungsforum-dresden.de

Blaue Fabrik: So geht Alter Leipziger Bahnhof!

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Blaue Fabrik2 Foto Blaue Fabrik

An diesem Wochenende kommt Kultur an die Eisenbahnstraße in der Leipziger Vorstadt: Der Kulturverein Blaue Fabrik e.V. feiert am 2. und 3. September mit einem umfangreichen Festprogramm aus Kunst, Jazzmusik und Tanz seinen Umzug in die sogenannte „Grüne Villa“ direkt neben dem Eingangsgebäude des Alten Leipziger Bahnhofes. Wir begrüßen den Umzug des Kulturvereins ausdrücklich und loben den Mut der Vereinsverantwortlichen, in die bisher in den Abendstunden eher stille östliche Leipziger Vorstadt zu ziehen. Mehr noch: Der Schritt der Kulturaktiven rund um Geschäftsführer Holger Knaak ist ein erster Schritt für eine gemischte Nutzung des Alten Leipziger Bahnhofes. Ein Schritt ganz im Sinne einer vernünftigen Entwicklung der Leipziger Vorstadt als neues Stadtquartier, wie es das Rathaus schon lange plant.

Bereits seit Anfang Juni werkelt die Blaue Fabrik an ihrer neuen Heimat, der „Grünen Villa“ auf der Eisenbahnstraße 1. Einige Freiluftkonzerte fanden im Gartenbereich des Gebäudes bereits statt. Nach dem sehr versteckten und auch engen Übergangsdomizil in einem Gebäude hinter der Post an der Königsbrücker Straße kann der Kulturverein nun satte 800 m2 Fläche für sein Kulturengagement nutzen. „Mit der Blauen Fabrik erfährt der Alte Leipziger Bahnhof endlich die kleinteilige Nutzung, die wir immer gefordert haben“, freut sich Uwe Sochor vom Unternehmerverein Pieschen. „Wenn das eigentliche Bahnhofsgebäude nebenan mit Hilfe von Denkmalschutzfördermitteln etwa in ein Kulturcafé verwandelt und auch alle weiteren historischen Gebäude saniert und genutzt werden, dann kann ein Stadtteilzentrum aus Kleingewerbe, Büros und Wohnungen entstehen. Wenn also die Nutzung dem Gebäudebestand angepasst wird und eben nicht ein riesenhaftes Einkaufsland für Autofahrer alles platt macht, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Die Blaue Fabrik ist hier Pionier!“

Dreizehn Ateliers und Probenräume hat die Blaue Fabrik künftig in der Grünen Villa im Angebot, die Vereinsmitglieder nutzen und die unter anderem an Jazzbands vermietet werden. Ein „Projektraum“ für Kurse, Workshops und Nutzungen aller Art sowie ein heller „Lichthof“ mit 15 Meter Deckenhöhe und 80 m2 Nutzfläche stehen ebenfalls zur Verfügung. Hier werden Konzerte stattfinden. Außerdem bietet die Blaue Fabrik in Kürze ein Atelier inklusive kleiner angeschlossener Wohnung für externe Künstler als „Art in Residence-Ateliers“ an.

Am 2. und 3. September feiert die Künstlervereinigung offiziell ihren Umzug zum Alten Leipziger Bahnhof mit einem vielfältigen Kulturprogramm. Heute gibt es ab 19.00 Uhr Free-Jazz mit Schlagzeug und Saxophon und ab 21.00 Uhr dann Klezmer, Chanson und Folk mit „BaranButz“.

„Die Jazzkonzerte und Kunstausstellungen in der Grünen Villa werden dem Areal Leben einhauchen“, so Sochor. „Kombiniert mit den Kulturhotspots an der Gothaer Straße wie dem Puschkin-Club, dem Alten Schlachthof, dem Club My House und dem Club Neu könnte die Blaue Fabrik einen perfekten Rahmen bilden für einen neuen Stadtteil aus Wohnen und Arbeiten entlang der Leipziger Straße. Welche andere Kulturstadt hat noch so ein großes und auch geschichtsträchtiges Areal mit so viel Potential? Nur eins fehlt dafür noch: Der Stadtrat muss den städtebaulich irrsinnigen Globus-Plänen endlich per Aufhebungsbeschluss ein Ende setzen!“

Sieg der Vernunft: Globus in Leipziger Vorstadt vom Tisch

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Das Shopping-Großprojekt der Globus SB-Warenhaus Holding am Alten Leipziger Bahnhof scheint vom Tisch. Die Stadtratsmehrheit aus LINKE, SPD, Grünen und Piraten beschloss im Stadtrat, den Masterplan Leipziger Vorstadt zu überarbeiten und darin Einzelhandelsflächen von maximal 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und 1.200 Quadratmetern Geschossfläche zuzulassen. Schon der aktuelle Masterplan von 2009 hatte am Alten Leipziger Bahnhof kein Einkaufszentrum vorgesehen. Die Allianz für Dresden begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. Was die künftige Entwicklung der Leipziger Vorstadt angeht, so wird sich das Bündnis auch weiter konstruktiv engagieren und dabei seine Expertise einbringen.

Endlich werden die Weichen an der Eisenbahnstraße richtig gestellt

Knapp über ein Jahr nach der in Dresden heftig umstrittenen Pro-Globus-Entscheidung des alten Stadtrates Anfang März 2014 scheint nun endlich die stadtplanerische Vernunft wieder Einzug zu halten. Der Stadtrat beauftragte mit den Stimmen von LINKE, SPD, Grünen und Piraten die Stadtverwaltung, den Masterplan Leipziger Vorstadt weiterzuentwickeln und bis dahin keinerlei Baugenehmigungen in diesem Gebiet zu erteilen. Außerdem darf laut Beschluss im Masterplan-Gebiet kein großflächiger Einzelhandel entstehen. Vorhaben mit Verkaufsflächen über 800 Quadratmeter oder über 1.200 Geschossfläche sind ausgeschlossen. „Dies ist eine ausgesprochen gute Nachricht für die Leipziger Vorstadt, aber auch für den existierenden Einzelhandel“, freut sich Uwe Sochor von der Allianz für Dresden. „Unser jahrelanger Kampf gegen das überdimensionierte, überflüssige und städtebaulich höchst fragwürdige Globus-Projekt scheint sich ausgezahlt zu haben.“

Mit diesem Beschluss hat auch die LINKE im Dresdner Stadtrat endlich eine eindeutige Position bezogen und ist von ihrer bisherigen und eher unklaren Haltung nun zu einem klaren und einheitlichen Nein gegenüber Globus am Alten Leipziger Bahnhof übergegangen. „Knapp 400 Einwendungen gingen letztes Frühjahr gegen das Projekt bei der Stadt ein, darunter zahlreiche Gutachten von Fachexperten aus dem gesamten Bundesgebiet. Und auch jetzt beim Entwurf des Flächennutzungsplanes waren es wieder sehr viele Einwendungen. Das konnte die Linke am Ende dann doch nicht mehr ignorieren“, konstatiert Sochor. „Dresden hat nun einmal mit derzeit rund 930.000 Quadratmetern mehr als genug Einzelhandelsfläche und da sind die neue Mall am Albertplatz und das Center am Straßburger Platz noch gar nicht mitgerechnet. Insgesamt 170 Lebensmitteldiscounter gibt es bereits im Stadtgebiet. Die Überversorgung ist augenfällig.“

Mit den beschlossenen Eckpunkten zur Leipziger Vorstadt, die auch preiswertes Wohnen, die Kulturspange, Grünzüge und die Restaurierung der historischen Gebäude des Alten Leipziger Bahnhofs vorsehen, kann der Stadtteil nach Ansicht der Allianz für Dresden nun tatsächlich zukunftstauglich und bürgernah entwickelt werden. Im September sollen die Festlegungen zum Gebietshochwasserschutz und zum Masterplan von der Stadtverwaltung vorgelegt werden. „Dann kann es endlich auch mit diesem Stadtteil weitergehen“, bekräftigt Uwe Sochor. „Wir werden uns weiter einbringen und darauf achten, dass hier etwas mit Hand und Fuß herauskommt und dass wie versprochen Anwohner und Grundstückseigentümer in die weiteren Planungen mit einbezogen werden.“

Flächennutzungsplan: Mindestens 370 Einwendungen!

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Grafik Allianz fuer Dresden Einwendungen

Am vergangenen Freitag endete die Frist für Einwendungen gegen den neuen Flächennutzungsplan (FNP). Die stadtplanerischen Festlegungen zur Nutzung jeder einzelnen Fläche des Stadtgebiets sorgen für zahlreiche Diskussionen. So soll der FNP-Entwurf dem geplanten Shopping-Großprojekt der Globus SB-Warenhaus Holding den Boden bereiten, indem er das Areal des Alten Leipziger Bahnhofs als „Sonderbaufläche Großflächiger Einzelhandel“ ausweist. Die Allianz für Dresden hatte deswegen die Dresdner dazu aufgerufen, gegen den FNP Einwendungen einzureichen. Auf Nachfrage bei der Stadt gab nun Baubürgermeister Jörn Marx bekannt, dass 372 Einwendungen zum FNP eingegangen sind und noch weitere per Post nachkommen werden. Auch der Handelsverband Sachsen hat gegen die Pläne zum Alten Leipziger Bahnhof einen Einspruch eingereicht. Die Stadt muss also den FNP-Entwurf gründlich ändern.

Stadt muss nachsitzen: Globus und weitere Festlegungen sorgen für Eingabe-Flut

Ein neuer FNP ist ein umfangreiches Unterfangen. Frühestens im Jahr 2017 wird er vom Stadtrat beschlossen werden. Gleichwohl sorgt so manche Festlegung des FNP-Entwurfs für erhebliche Diskussionen. Die nun über 370 Einwendungen sind ein Beleg dafür. „Das Stadtplanungsamt wird also gehörig nacharbeiten müssen“, so Konrad Stransky vom Gewerbe- und Kulturverein Äußere Neustadt und Mitglied in der Allianz für Dresden. „Allein das Globus-Vorhaben mit der Sonderbaufläche Großflächiger Einzelhandel am Alten Leipziger Bahnhof in den FNP-Entwurf hineinzuschmuggeln, zeugt von gehöriger stadtplanerischer Ignoranz. Experten und auch viele Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes schütteln da nur den Kopf. Nicht von ungefähr lehnen allein acht verschiedene Gutachten das Globus-Projekt rundweg ab.“ Exemplarisch schreibt der Handelsverband Sachsen, ebenfalls Mitglied in der Allianz für Dresden, neben dem Hinweis auf die Gutachten in seiner Stellungnahme:

„Dieser Änderungsentwurf des Flächennutzungsplans widerspricht den Zielen der Raumordnung der Stadt Dresden, dem vom Dresdner Stadtrat verabschiedeten Integrierten Stadtentwicklungskonzept sowie dem Landesentwicklungsplan 2013. Letzterer legt im Ziel 2.3.2.3. fest, dass großflächiger Einzelhandel mit zentrenrelevanten Sortimenten nur in den ausgewiesenen zentralen Versorgungsbereichen zulässig ist. Weder im Integrierten Stadtentwicklungs- noch im Zentrenkonzept der Stadt Dresden ist der Standort „Dresden-Neustadt Alter Leipziger Bahnhof“ als zentraler Versorgungsbereich ausgewiesen, so dass es sich gerade nicht um einen zentralen Versorgungsbereich handelt. Die aufgezeigte Änderung im Entwurf des Flächennutzungsplans ignoriert die Festlegungen der Stadt Dresden, die im Einklang mit dem Landesentwicklungsplan 2013 getroffen wurden, so dass der Entwurf gegen die §§ 5 ff Baugesetzbuch und die Bestimmungen des Raumordnungsgesetztes verstößt und nicht genehmigungsfähig ist.“

Gegen das Globus-Vorhaben sprechen aber nicht nur planungsrechtliche Gründe. Die Allianz für Dresden hat auf die vielfältigen gewichtigen Gegenargumente, unter anderem die Dresdner Überversorgung mit Verkaufsfläche und die Bedrohung des inhabergeführten Einzelhandels, wiederholt hingewiesen. „Die Leipziger Vorstadt hat Besseres verdient. Allein der Alte Leipziger Bahnhof wäre ein wunderbarer Standort für einen Mix aus Kultur, Wohnen, Arbeiten und einem Grünzug. Investoren könnten die Sanierung der Bahnhofsgebäude quersubventionieren“, so Stransky.