Studenten-Entwürfe für Alten Leipziger Bahnhof für die Katz?

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200320 Wettbewerbsgebiet

Kreativ und voller inspirierender Architektur- und Nutzuungsideen: Die Entwürfe der Architekturstudenten beim Wettbewerb der Johannes-Göderitz-Stiftung 2019 für das Areal des Alten Leipziger Bahnhofes: https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/10166

Diesen Sommer will die Stadt, nach Klärung der letzten Grundstücksfragen, bekannt geben, wie groß Globus im Friedrichstädter Gewerbegebiet an der Bremer Straße bauen darf. Für die Leipziger Vorstadt und den Alten Leipziger Bahnhof ist damit der Weg frei für eine stadtverträgliche und kleinteilige Stadtentwicklung. Im vergangenen Jahr hatten Architektur-Lehrstühle von sechs verschiedenen deutschen Universitäten einen Architekturwettbewerb für das Areal ausgelobt. Die zwölf eingereichten Arbeiten – sechs davon wurden ausgezeichnet – waren über den Jahreswechsel im Dresdner WTC zu sehen. Die Studenten-Entwürfe drohen nun allerdings als nette Übung zu den Akten gelegt zu werden, denn die Stadt plant ein langes und umfangreiches Planungsverfahren mit einem erneuten Architekturwettbewerb. Wir hingegen fordern die Stadt dazu auf, auf den erneuten Wettbewerb zu verzichten und die Entwürfe zur Grundlage der weiteren Planungen zu machen, um die Entwicklung der Leipziger Vorstadt schneller voranzutreiben.

„Gut ein Jahrzehnt dauert nun schon die Debatte um die künftige Gestalt des Areals rund um den Alten Leipziger Bahnhof, einschließlich der Globus-Diskussion“, bemerkt Uwe Sochor, Inhaber des Pieschener Feinkostgeschäftes „savoir vivre – mein Frankreichladen“ und Mitglied der Allianz für Dresden. „Wenn Globus nun Geschichte ist, dann wird es nach 10 Jahren wirklich Zeit, einen Zahn zuzulegen und die Planungen für den jetzt möglichen neuen Stadtteil zu beschleunigen. Schließlich soll auch zügig Wohnraum geschaffen werden. Die Entwürfe der Studenten sind da eine perfekte Grundlage.“

Die Landeshauptstadt, allen voran Dresdens Noch-Baubürgermeister Schmidt-Lamontain, will jedoch im Zuge eines umfangreichen Beteiligungs- und Planungsverfahrens – kooperativer Planungsprozess genannt – einen eigenen Architekturwettbewerb ausloben. Zunächst wird vom Stadtplanungsamt ein Verfahrensfahrplan aufgestellt. Anschließend wird ein Beteiligungsgremium berufen, dem Vertreter aller Grundstückseigentümer, interessierte Bürger des Stadtteils und relevante Bürgerinitiativen, weitere Stakeholder sowie Gutachter angehören sollen. Dieses Gremium soll dann ein Konzept für das Areal erarbeiten und die Aufgabenstellung für den dann auszulobenden erneuten Architekturwettbewerb zusammenstellen. Insgesamt ein Prozess, der wie man hört, bis zu viereinhalb Jahre dauern kann. Viereinhalb Jahre bis dann auf Grundlage eines Bebauungsplanes endlich gebaut werden kann.

„Die Planung eines neuen Stadtteils in aller Breite zu diskutieren, hat sicher etwas Gutes. Allerdings muss man bei der Architektur nun wirklich nicht das Rad neu erfinden“, findet Sochor. „Stattdessen sollte die Stadt die im Zuge des Johannes-Göderitz-Wettbewerbes prämierten Entwürfe der Studenten zur Grundlage für die Feinplanung machen und gemeinsam mit dem angedachten Beteiligungsgremium dann den nötigen Bebauungsplan entwerfen. Schließlich sind bei den Architekturentwürfen viele tolle und charmante Ideen mit dabei. In jedem Fall könnte man auf diese Weise viel Zeit sparen und beispielsweise den Bau von Wohnungen viel schneller realisieren.“

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