Endlich auch Schutzdach für historischen Lokschuppen

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Die historischen Gemäuer des Alten Leipziger Bahnhofes sind seit Ostern nun endlich vollständig vor Wind und Wetter geschützt. Seit Anfang 2017 sind wir wiederholt beim Denkmalamt der Stadt Dresden vorstellig geworden und hatten einen angemessenen Schutz der denkmalgeschützten Gebäude angemahnt. Im August 2017 hatte der Eigentümer des Areals, die Globus Warenhaus Holding, dann schließlich ein Notdach über dem alten Empfangsgebäude des historischen Bahnhofs angebracht. Ohne Schutzdach blieb allerdings damals Dresdens vermutlich ältester und ebenfalls denkmalgeschützter Lokschuppen (Baujahr 1847) im hinteren Bereich des Geländes. Nun hat der Handelsriese endlich auch über diese Gemäuer ein Schutzdach anbringen lassen. Am Gründonnerstag wurde es vom Amt für Kultur und Denkmalschutz abgenommen.

„Mit dem Schutzdach über den historischen Lokschuppen kommt Globus nun endlich vollständig seinen gesetzlichen Verpflichtungen nach“, erklärt Johannes Eikerling von der Planungs- und Sanierungsträgergesellschaft Dresden Pieschen mbH und Mitglied der Allianz für Dresden. „Für die Bahnhofsgebäude war das höchste Eisenbahn! Auch wenn vom Lokschuppen nur noch die Außenmauern stehen, so sorgt das Schutzdach nun dafür, dass die Substanz des Gebäudes für einen späteren Wiederaufbau und eine neue Nutzung gesichert ist. All dies hätte das Saarbrücker Unternehmen allerdings auch schon im August letzten Jahres bei dem Bau des Schutzdaches für das alte Empfangsgebäude gleich mit erledigen können. Nur durch unser beharrliches Nachhaken beim Denkmalamt fühlte sich Globus nun offenbar bemüßigt, für den Denkmalschutz noch einmal Geld in die Hand zu nehmen.“

Dresdens historischer Alter Leipziger Bahnhof liegt an der Eisenbahnstraße unweit des Neustädter Bahnhofs. Besonders wertvoll macht die Anlage und ihre Gebäude die Tatsache, dass es sich um Dresdens ersten Bahnhof handelt und er Ausgangspunkt von Deutschlands allererster Ferneisenbahnverbindung war. Bereits im Jahr 1839 fuhren hier die ersten Züge ab auf ihrem Weg nach Leipzig. Die heute noch vorhandenen Gebäudeteile, etwa das Empfangsgebäude mit Türmchen, stammen aus der dritten Bauphase bis 1857.

Bekanntlich will Globus eigentlich auf dem Areal ein riesiges SB-Warenhaus mit 8.800 Quadratmeter Verkaufsfläche, eine vorgelagerte Mall mit noch einmal rund 3.000 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie Parkflächen für über 1.000 Autos errichten. Ein Vorhaben, das zutiefst umstritten und planungsrechtlich höchst fragwürdig ist und von uns klar abgelehnt wird. „Derzeit wird ja ein neuer Standort gesucht. Dennoch befreit dies den Eigentümer natürlich nicht von der gesetzlichen Pflicht zum Erhalt des denkmalgeschützten Alten Leipziger Bahnhofs“, bekräftigt Johannes Eikerling.

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