Nach Ortsbeiräte-Votum: Globus versteht Wesen demokratischer Stadtplanung nicht!

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Das fast einstimmige Votum der Ortsbeiräte Pieschen und Neustadt gegen das Globus-Vorhaben im Zuge des Masterplanes Leipziger Vorstadt hat offenbar den betroffenen Handelskonzern aufgeschreckt. Hatte sich doch nach längerer Zeit auch das Stadtplanungsamt in seiner Vorlage zum Masterplan eindeutig gegen das riesenhafte Shopping-Projekt der Globus Warenhaus Holding am Alten Leipziger Bahnhof ausgesprochen. Das Unternehmen beklagt, dass Fakten zu seinen Ungunsten geschaffen werden und pocht auf eine in seinen Augen akzeptable Ersatzfläche. Erst dann so Enrico Wilde, Regionalleiter Standortplanung bei Globus, könne über den Alten Leipziger Bahnhof entschieden werden und erst dann stehe das Areal für andere Entwicklungsoptionen zur Verfügung. Wir können über diese Weltsicht nur den Kopf schütteln.

„Globus versteht offenbar das Wesen demokratischer Stadtplanung nicht“, kritisiert Uwe Sochor, Pieschener Unternehmer und Mitglied der Allianz für Dresden. „Es sind nun einmal in einer Demokratie und einem Rechtsstaat immer noch die Kommunen selbst und damit der Stadtrat und die Ortsbeiräte, die über die Nutzung von Flächen entscheiden. Der demokratische Wille von Mehrheiten ist hier entscheidend sowie der gesetzliche Rahmen. Ob Flächennutzungspläne, Masterpläne oder Bebauungspläne: Über sie wird in demokratisch gewählten Gremien entschieden. Grundstückseigentümer und Investoren sind an deren Entscheidungen gebunden. Sie können Anträge stellen, Wünsche und Forderungen äußern. Am Ende müssen aber Stadträte darüber entscheiden ob eine gewünschte Flächennutzung und Bebauung für eine Stadt oder Gemeinde verträglich, förderlich und sinnvoll ist. Und alle Experten sind sich einig: Ein Globus-Riesenmarkt am Alten Leipziger Bahnhof ist dies eben ganz und gar nicht.“

Bemerkenswert ist dabei auch, dass eine gefundene Ersatzfläche, vorausgesetzt sie entspricht vom Zuschnitt den Vorstellungen des Handelskonzerns, zur unabdingbaren Voraussetzung für einen Verzicht auf das Vorhaben am Alten Leipziger Bahnhof gemacht wird. „Hier gibt es überhaupt keinen Zusammenhang! Die alle Maße sprengende Dimension des Globus-Projektes an der Eisenbahnstraße ist bekanntermaßen völlig stadtunverträglich und muss daher völlig unabhängig von Alternativstandorten schnellstmöglich beerdigt werden. Die Suche nach einer Ersatzfläche ist eine völlig separate Baustelle. Denn auch hier muss ganz genau hingesehen werden und alle Auswirkungen untersucht werden. Ganz abgesehen von der Größe der Verkaufsfläche, die auch hier genau abzuwägen und sehr wahrscheinlich zu begrenzen ist!“

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