Wohnungsbau an Bahntrassen und damit auch am Alten Leipziger Bahnhof problemlos möglich

Standard

Die unendliche Geschichte um eine stadtverträgliche Nutzung des Alten Leipziger Bahnhofes biegt auf die Zielgerade. Masterplan Leipziger Vorstadt, planerische Studie, Petition der Bürgerinitiative und Ersatzflächensuche: Alles strebt auf eine Entscheidung im März 2018 zu. Im Zentrum des Geschehens: Eine Handvoll Globus-Freunde unter den Stadträten der LINKEN, die nun über eine „planerische Studie“ der Stadtverwaltung einen Ausweg aus ihrer Sackgasse suchen. Die Möglichkeiten des Wohnungsbaus auf dem Areal soll eruiert werden. Dabei ist die Schaffung eines Wohngebietes kombiniert mit anderen Nutzungen in unmittelbarer Nähe zur Leipziger Straße und den Nebengleisen des Neustädter Bahnhofes überhaupt kein Problem. Dies wird die entsprechende Untersuchung der Verwaltung klar ergeben, sind wir uns sicher. Schließlich zeigen zahllose aktuelle Bauprojekte in Dresden, dass Wohnungsneubau an Bahntrassen und Hauptverkehrsstraßen problemlos möglich ist. Dresdens Wohnungsbestand wächst derzeit auch und gerade unmittelbar entlang von Verkehrsachsen.

Elf Gutachten haben sich bereits mit dem Großvorhaben der Globus Warenhaus AG am Alten Leipziger Bahnhof beschäftigt. Nun also kommt im Februar noch eine planerische Studie über Wohnungsbau hinzu. Im Mittelpunkt dabei die Lärmfrage. „Hier wird eine neuerliche Runde gedreht zu einem Thema, welches an vielen Stellen der Stadt längst Realität ist“, konstatiert Jens Heinrich Zander, Architekt und Mitglied der Allianz für Dresden. „Viele Dresdner wohnen in gewachsenen Stadtvierteln direkt an Bahntrassen und Hauptverkehrsstraßen, man denke nur an das Hechtviertel oder die Äußere Neustadt. Auch heute werden Wohnungen in solchen Lagen gebaut. Die aktuell geltenden strengen Lärmvorschriften stehen dem nicht entgegen. Hinzu kommt die neue Möglichkeit, Flächen als ‚urbane Gebiete’ auszuweisen, wodurch durchmischte Stadtgebiete leichter realisiert werden können.“

„Gar nicht weit entfernt vom vieldiskutierten ältesten Bahngelände Dresdens wurden erst vor ein paar Jahren am Moritzburger Platz direkt an die Bahnstrecke, die auch den Alten Leipziger Bahnhof tangiert, sechs Wohnhäuser gebaut“, führt Johannes Eikerling von der Planungs- und Sanierungsgesellschaft mbH Dresden-Pieschen, Stadtplaner und ebenfalls Mitglied der Allianz für Dresden, als Beispiel auf. „Selbst für die neue Kita Himmelblau der Diakonie an der Leisniger Straße, ebenfalls in Pieschen, war die Bahnstrecke kein Hindernis. In der Leipziger Vorstadt selbst werden im Zuge des Projektes Hafencity Wohnblöcke direkt an der Leipziger Straße entstehen, und an der Hafenstraße, Ecke Uferstraße sind aktuell direkt an den Hochgleisen Wohnungen im Bau.“

„Für Wohnungsbau auf dem Bahnhofsareal sogar am Fuß der Bahngleise sehe ich keine Hindernisse“, bekräftigt Zander. „Schließlich handelt es sich bei der Bahntrasse entlang des Alten Leipziger Bahnhofes um eine Nebenstrecke, die nur für Umleitungen genutzt wird und auf der maximal ein bis zwei Güterzüge pro Tag gesehen werden.“ Ein anderes aktuelles Bauvorhaben beweist ebenfalls, wie sich Wohnen und Bahnstrecken in Dresden miteinander vertragen. Auf dem Grundstück Wiener Straße 38-42 errichtet die PPS-Holding sechs Häuser mit über 70 Mikroappartements direkt an der viel befahrenen Bahntrasse Dresden – Prag. Dies nur 15 Meter entfernt von den Hochgleisen. „Die heutigen Möglichkeiten zum Lärmschutz sind vielfältig. Klassisch sind Treppenhäuser, Küchen und Bäder zur Lärmseite und Lärmschutzfenster“, berichtet Zander. „Aber auch intelligente Be- und Entlüftungssysteme können eingesetzt werden.“

Mitte Januar wird es zum Thema Bebaubarkeit des Geländes Alter Leipziger Bahnhof eine Fachveranstaltung geben. „Die Veranstaltung der ‚Bürgerinitiative Wohnen am Alten Leipziger Bahnhof’ wird, da bin ich mir sicher, viele interessante Ideen zu diesem historischen Gelände zu Tage fördern und ebenfalls klar ergeben: Ein Wohnquartier kombiniert mit kleinteiligen Geschäften, Künstlerateliers, einem Bahnhofs-Kulturcafé, Büros und Wohnungen, geöffneten Bahnbögen sowie einem Radweg auf der historischen Fernbahntrasse ist absolut realistisch und problemlos umsetzbar. Man muss nur wollen!“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s