Jetzt über Zukunft der Leipziger Vorstadt entscheiden!

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Wie geht es weiter mit der Leipziger Vorstadt? Darüber zerbrechen sich aktuell nicht nur Dresdens Stadtplaner und Politiker die Köpfe – auch die Bürger beteiligen sich rege an den Diskussionen. Die gut besuchte Bürgerversammlung zum neuen Masterplan Leipziger Vorstadt im Ballhaus Watzke hat es erneut gezeigt: Das riesenhafte Globus-Vorhaben wird von den meisten Dresdnern abgelehnt!

Jetzt heißt es: Flagge zeigen und erneut dem Stadtplanungsamt eindeutig die Meinung sagen. Die Untervariante 2 des Planes , die das unveränderte Globus-Vorhaben beinhaltet und damit dem Stadtratsbeschluss vom 16. April 2015 widerspricht (maximal 800 Quadratmeter Verkaufsflächen-Projekte im Masterplangebiet) darf nicht unwidersprochen bleiben.

Schicken Sie also Ihre Einwände, Argumente und Ideen, Visionen für das Gebiet zwischen Erfurter Straße, Elbe und den Gleisanlagen an das Stadtplanungsamt. Die Frist dafür wurde bis zum 22. April verlängert. Die E-Mail-Adresse lautet: 

bauleitplanung-neustadt@dresden.de

Um es Ihnen leicht zu machen haben wir einige Argumente vorbereitet, die gerne übernommen werden können.

Argument 1: Wohnungen im Grünen

Park schafft Stadt: Innenstadtnahes Wohnen im Grünen sollte in der Leipziger Vorstadt endlich Realität werden! Eine Durchgrünung geht aber nur wenn das riesige Globus-Vorhaben mit seinen 1050 Parkplätzen nicht kommt!

Die Leipziger Vorstadt muss zu einem attraktiven Stadtteil mit hohem Wohnanteil entwickelt werden (Procom plant 370 und USD 350 Wohneinheiten). Das geht nur wenn das Globus-Großprojekt nicht kommt. Nur der Masterplan in den Varianten 1 und 1 a garantiert dies, denn er legt den Schwerpunkt auf die für Dresden so wichtige Erhöhung des Wohnungsbestandes.

Der Grundstückseigentümer Procom baut nur Wohnungen wenn Globus nicht kommt. Globus würde das Gebiet stattdessen endgültig zu einem reinen Gewerbegebiet machen. Wohnentwicklung wäre zumindest nördlich der Leipziger Straße nicht mehr möglich. Wer hat schon Lust neben einem so großen Globus-Markt mit derartig vielen Parkplätzen und Anlieferverkehr zu wohnen?

In der Bürgerversammlung im Ballhaus Watzke hieß es dass in Variante 1 und 1a circa 500 Wohnungen möglich seien und bei der Globus-Variante 2 rund 350. Dieser geringe Unterschied ist sehr verwunderlich, sollen doch in Variante 2 rund 10 Hektar mit einem SB-Warenhaus und einem riesigen Parkplatz zugebaut werden. Das kann nicht stimmen.

Die Leipziger Vorstadt ist ein attraktiver Wohnstandort. Die Wohnungsbauvorhaben der USD Immobilien GmbH (Hafencity entlang des Neustädter Hafens) sowie von der Max Wiessner Baugeschäft GmbH im Carrée Hafenstraße zeigen das. Ein großes Wohngebiet ist auch dem Areal nördlich der Leipziger Straße zu wünschen. Globus würde dies zunichte machen.

Argument 2: Alter Leipziger Bahnhof

Ziel sollte sein, den Alten Leipziger Bahnhof intelligent zu nutzen. Eine gemischte Struktur aus kleinteiligen Geschäften, Künstlerateliers, Bahnhofs-Kulturcafé, Büronutzungen, Wohnungen und geöffneten Bahnbögen könnte das Areal elegant zum Treffpunkt für das neue Stadtquartier Leipziger Vorstadt machen. Globus selbst könnte mit einem kleinen Nahversorgungsmarkt auf dem Gelände präsent sein und mit den neuen Wohn-, Büro- und Geschäftsgebäuden die Sanierung des Alten Leipziger Bahnhofs quersubventionieren. Die Masterplan-Varianten 1 und 1a würden diesem Konzept am ehesten entsprechen.

Argument 3: Historie

Wie wäre es mit einem Fahrradweg, der alten Fernbahntrasse von 1839 folgt und am Alten Leipziger Bahnhof endet? Beginnend am neuen Schulzentrum Gehestraße könnte der Radweg an der Alten Pferdebörse entlang und zwischen alter Markthalle und Alten Schlachthof durch ein neues Wohngebiet (Procom-Grundstück sowie hinterer Bereich des Globus-Grundstückes) führen und dann einen Abzweig Richtung Elbradweg (zwischen alten Zollgebäuden und Tankstelle) haben.

Das Gebiet braucht zwei Denkmäler: Einmal in Erinnerung an die erste Deutsche Fernbahnlinie Leipzig-Dresden 1839 und eine Gedenkstätte in Erinnerung an die Deportationszüge während der Nazi-Zeit, die am Alten Leipziger Bahnhof losfuhren. Beides benötigt ein passendes Umfeld. Ein riesenhafter Globus mit riesigen Parkplatz ist dies sicher nicht. Also: Masterplan-Varianten 1 und 1a.

Argument 4: Einzelhandel

Im April 2015 hat sich die Stadtratsmehrheit gegen ein riesiges Warenhaus auf der Fläche des Alten Leipziger Bahnhofs ausgesprochen und beschlossen, dass im Masterplangebiet Einzelhandelsprojekte maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche haben dürfen. Das ist vernünftig und diese Linie muss beibehalten werden. Schließlich haben wir bereits genug Handelsflächen in Dresden. Am mangelnden Erfolg des Edeka-Simmel am Albertplatz wir deutlich, dass der Markt mehr als gesättigt ist.

Dresden ist mit Einzelhandelsfläche überversorgt. Mit 1,7 Quadratmeter pro Einwohner stehen wir bundesweit an der Spitze. Ein riesenhafter Globus in der Größe von zehn Aldi-Märkten ist da völlig fehl am Platze und würde unter anderem das mühsam gehegte Ortsteilzentrum Pieschen rund um die Bürger- und Oschatzer Straße endgültig zerstören.

Argument 5: Verkehr

Globus würde unheimlich viel zusätzlichen Verkehr in das Gebiet bringen und die schon sehr belastete Leipziger Straße endgültig zu einer Staustrecke machen. Da Globus das ganze Stadtgebiet ansprechen möchte, würde der Verkehr aus allen Richtung in die Eisenbahnstraße drängen. Neue Ampelanlagen würden das Problem nicht lösen.

Argument 6: Gutachten

Mindestens neun Gutachten liegen mittlerweile der Stadt zum Globus-Vorhaben vor. Alle Gutachten, bis auf das von Globus finanzierte, sprechen sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln gegen das Projekt aus. Einzelhandelsexperten, Stadtplaner, Verkehrsplaner, Denkmalschützer sehen unisono wesentlich mehr Nachteile als Vorteile bei dem Vorhaben. Man kann sich dieser Expertenmeinung nur anschließen. Auch das Stadtplanungsamt und der Stadtrat sollten dies endlich tun.

Argument 7: Stadtentwicklung

Die Stadtentwicklungsplanung in Dresden will sich am Leitbild der „Europäischen Stadt“ orientieren. Erreicht werden soll insbesondere eine kompakte Stadt mit einem funktionsfähigen und attraktiven Stadtzentrum sowie vielen lebendigen Stadtteilzentren, sprich einer bunten Stadtkultur. Die Masterplan-Variante 2 die das Globus-Großprojekt ermöglicht, widerspricht all diesen Zielen.

Baubürgermeister Schmidt-Lamontain hat völlig recht: „Das geplante Globus-Projekt ist für eine Großstadt problematisch. Ein solch großer Gemischtwarenladen gehört nicht in das Stadtzentrum. Dresden hat als Oberzentrum einen sehr ausdifferenzierten Einzelhandel, der sich mit diesem Angebot nicht verträgt.“

Wollen wir wirklich diese attraktive und innstadtnahe Lage für ein riesiges Einzelhandelsvorhaben verschenken? Eine Nutzung die nicht nur angesichts der Einzelhandelsflächenüberversorgung überflüssig, sondern das Areal spätestens ab 20 Uhr in eine tote Parkplatzwüste verwandeln würde.

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2 Gedanken zu “Jetzt über Zukunft der Leipziger Vorstadt entscheiden!

  1. Marlies

    Wer bitte schön ist so verrückt als Investor dort Wohnungen zubauen die er eh nie losbekommt. Weil keiner zwischen S-Bahn-Kreuz und DVB-Krachwendeschleife und DVB-Leipziger-Krachstraße zieht. Argument Verkehr: Der Stau auf der Leipzigerstraße wird nur durch die schlechte Planung der Straße verursacht und die vielen Pförtnerampeln der DVB. Wären diese Ampeln nicht für die tgl. leeren Straßenbahnen würde der Normalverkehr auch fließen.

    GLOBUS MUSS KOMMEN ! GLOBUS WIRD KOMMEN !

    Da kann Rot Rot Grün noch so im Zick Zack springen und sinnlose Pläne auf Steuerzahlerkosten erarbeiten es ändert nichts.

    „Baubürgermeister Schmidt-Lamontain hat völlig recht: „Das geplante Globus-Projekt ist für eine Großstadt problematisch.“ Der Mann hat überhaupt keine Ahnung von Dresden nur weil er in Hannover nichts geworden wäre denkt er er kann hier den großen Max raushängen lassen. Wie viele Politiker die aus den gebrauchten Bundensländern kommen und hier auf den Tisch hauen. In den gebrauchten Bundensländer wollte Sie keiner mehr haben weil Sie zu nix taugen.

    • Hallo Marlies, das Thema Globus spaltet in Dresden die Gemüter. Dennoch bitten wir von Beleidigungen abzusehen. Vielleicht möchten Sie ihren Kommentar noch einmal überarbeiten und der Netiquette anzupassen, damit wir ihn veröffentlichen können. Vielen Dank!

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