Plan B für Alten Leipziger Bahnhof: Globus kann auch klein!

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Die Globus SB-Warenhaus Holding hält unverdrossen an ihren Plänen eines riesigen Einkaufsareals mit 12.000 m2 Verkaufsfläche und über 1.000 Parkplätzen am Alten Leipziger Bahnhof fest. Städtebauexperten, Stadt- und Verkehrsplaner sind sich gleichwohl einig: Das Vorhaben verträgt sich überhaupt nicht mit einer durchdachten und gesunden Stadtentwicklung. Dabei könnte das Areal mit einer gemischten Struktur aus kleinteiligen Geschäften, Künstlerateliers, einem Bahnhofs-Kulturcafé, Büronutzung und Wohnungen, geöffneten Bahnbögen sowie einem Radweg auf der historischen Fernbahntrasse von 1839 ganz elegant zum Treffpunkt für das neue Stadtquartier Leipziger Vorstadt werden. Globus selbst könnte mit einem kleinen Nahversorgungsmarkt auf dem Gelände präsent sein und mit den neuen Wohn-, Büro- und Geschäftsgebäuden die Sanierung des Alten Leipziger Bahnhofs quersubventionieren. Dass Globus das kann, zeigt sein kleiner „friedel“-Markt in Saarbrücken, eröffnet im April 2015.

Dass Globus auch kleine Nahversorgungsmärkte betreiben kann, zeigt der im April 2015 in Saarbrücken eröffnete „fridel“-Markt. „Der neue Kleine von Globus“ der als „Ihr neuer Nachbar“ beworben wird, ist ein Lebensmittelmarkt mit integriertem Restaurant und hat insgesamt 800 m2 Verkaufsfläche, wobei die Gaststätte davon 350 m2 einnimmt. Der Markt in Saarbrücken ist auch bei zahlreichen Dresdner Stadträten ein Begriff. Globus hat also Alternativen. Kombiniert mit neuen Wohn-, Geschäfts- und Bürogebäuden ließe sich ein gesundes kleinteiliges Stadtviertel etablieren, welches zudem Vorhandenes wie die Konzert- und Partymeile rund um die Gothaer Straße und die bereits jetzt vorhandene Wohnnutzung in den alten Zollgebäuden wunderbar integrieren kann.

Ein neuer Investor wäre nicht unbedingt nötig. Ein solcher Plan B lässt sich leicht umsetzen, wenn man nur will. Die Allianz für Dresden ruft daher Stadtverwaltung und Stadträte dazu auf, die Weichen für das Areal endlich richtig zu stellen.

„Das Gelände gleich hinter dem Bahnhof Neustadt hat etwas Besseres verdient als einen weiteren riesigen Shopping-Tempel mit einer Parkplatzwüste“, bekräftigt Jens Heinrich Zander, stadtbekannter Architekt und Mitglied in der Allianz für Dresden. „Zudem wäre es ein völlig falsches Signal für den Rest der Leipziger Vorstadt, den die Stadt zu einem gemischten Stadtteil aus Kultur und Wohnen sowie Gewerbe entwickeln will. Mit Globus in der geplanten Form würde kein Investor mehr die in der Stadt so dringend nötigen Wohnungen zwischen Leipziger Straße und der kaum genutzten Nebenstrecke der Bahn bauen.“

 

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