Der Countdown läuft: Einwand gegen Globus in 5 Minuten!

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Allianz_für_Dresden_ZitateIn 8 Tagen läuft die Frist für Bürgereinwände gegen Globus ab. Grund genug, uns noch einmal intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und auch denen eine Chance für einen Einwand zu geben, die keine Zeit (oder Lust) haben sich stundenlang durch Gutachten zu wühlen und eigenhändig einen Einspruch zu formuieren.

Im folgenden haben wir wichtige Einwände unter sieben Punkten sortiert und zusammengetragen. Die Zitate stammen größtenteils aus dem aktuellsten, von der Stadt beauftragten Gutachten „Die Dresdner Neustadt als Standort für ein Nahversorgungszentrum. Vergleichende Auswirkungsanalyse nach städtebaulichen, verkehrlichen und funktionalen Gesichtspunkten“ (2012) von Dr. Lademann & Partner GmbH und können in den Einwand einfach reinkopiert werden.

Die meisten der hier angegebenen Fakten lassen sich auch in den neueren Stellungnahmen und Gutachten vom Handelsverband wiederfinden und bilden somit eine gute Argumentationsgrundlage. Außerdem dienen diese Punkte als Informationsquelle, da jenes Gutachten (im Gegensatz zum BBE-Gutachten von Globus) nicht öffentlich ausgelegt wird. Der formal richtige, aber dennoch vollkommen abstruse Grund hierfür ist, dass das städtische Gutachten vor dem Aufstellungsbeschluss des Globus-Bebauungsplans (12. Juni 2012) veröffentlicht wurde und somit nicht Teil des Planverfahrens ist. Somit entzieht die Stadt Dresden den Bürgern eine wichtige Entscheidungsgrundlage, die wir hiermit wieder zur Verfügung stellen.

Es ist besonders wichtig, dass viele Bürger einen Einwand gegen Globus einreichen, denn die Stadt ist verpflichtet jeden einzelnen Einspruch zu bearbeiten und zu beantworten. Um eine „Massenabfertigung“ zu verhindern, wäre es zudem ratsam, wenn möglichst unterschiedliche Einwände eingingen. Deshalb haben wir eine große Palette zusammengetragen. Die Einwände können bis zum 25. April per Post an Stadtplanungsamt, Postfach 120020, 01001 Dresden geschickt werden oder per Mail an: Bauleitplanung-Neustadt@dresden.de . Ganz wichtig bei allen Stellungnahmen ist die vollständige Angabe von Name und Adresse sowie die korrekte Nennung des Bebaungsplans (Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 6007, Dresden-Neustadt, Globus SB-Markt am Alten Leipziger Bahnhof).


 

Mail Vorlage:

eigener Name
eigene Adresse

Betreff: Einwendung gegen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 6007, Dresden-Neustadt, Globus SB-Markt am Alten Leipziger Bahnhof

Sehr geehrte Damen und Herren,

gegen das oben genannte Bauvorhaben erhebe ich folgenden Einwand/folgende Einwände:

-> nun einen oder mehrere der folgenden Kritikpunkte in die Mail kopieren (bitte dabei Seitenangabe entfernen)


 

Kritikpunkte gegen Globus:

1. Geplante Gestaltung/Architektur:

„Hinsichtlich der gestalterischen Qualität ist zu konstatieren, dass es sich um eine standardisierte  Bauweise handelt, die keine standortbezogene Lösung darstellt. Das durch großmaßstäbliche Baukörper geprägte Gesamtkonzept fügt sich zudem nicht in die Baustrukturen an der Leipziger Straße ein.“ (S. 28)

2. Zerstörung der Stadtzentren (Widerspruch zum Dresdner Zentrenkonzept)

„(…) Das Vorhaben, welches vollständig aus nahversorgungs/zentrenrelevanten Sortimenten besteht, (widerspricht; E.d.V.) klar den Festsetzungen des Dresdner Zentrenkonzepts, welches im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (INSEK) aufgestellt wurde.“ (S.27) Das Zentrenkonzept geht bereits heute von einem Verkaufsflächenüberangebot aus und prognostiziert eine Störung der Zentrenstruktur bei einer weiteren Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel außerhalb der Zentren. Deshalb sollen neue Einzelhandelsvorhaben neben der Innenstadt nur in den Ortsteilzentren realisiert werden. (vgl. S. 27)

„Das Plangebiet Alter Leipziger Bahnhof befindet sich mit über 500m Entfernung deutlich außerhalb des nächstgelegenen zentralen Versorgungsbereichs OTZ Äußere Neustadt. Eine räumlich-funktionale Anbindung ist nicht gegeben und wird sich auch perspektivisch auf grunddervorhandenen Strukturen nicht herstellen lassen. Ein weiterer zentraler Versorgungsbereich von Bedeutung ist das OTZ Leipziger/OschatzerStraße, welches sich in einer Entfernung von rd. zwei Kilometer befindet. Beide Ortsteilzentren weisen bereits heute räumlich-funktionale Mängel auf. Ein derartig großes Einzelhandelsvorhaben mit über 10.000 qm Verkaufsfläche würde demnach einerseits voraussichtlich die beiden Ortsteilzentren massiv gefährden, andererseits zu einer Veränderung und Konterkarierung des gesamtstädtischen Zentrensystems führen.“ (S. 27)

„Das Vorhaben widerspricht deutlich den auf einer ‚gesamtstädtischen Verträglichkeitsuntersuchung’ basierenden städtebaulichen Entwicklungszielen des Dresdner Zentrenkonzepts sowie den Planungen des Masterplans Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen (Ziele: Ausbildung und Stärkung der Kulturspange, Grünzüge als Adressbildung und Vernetzung, kulturelle Nutzung des Areals um den Alten Leipziger Bahnhof, städtebaulicher Auftakt Leipziger Vorstadt sowie Aufwertung und Gestaltung einer öffentlichen Elbuferpromenade; E.d.V. vgl. hierzu S. 26).“(S.28)

3. Kulturhistorische Bedeutung

„Von kulturhistorischer Bedeutung ist, dass in der Zeit des Nationalsozialismus’ von dem Alten Leipziger Bahnhof Judendeportationen stattfanden. Eine besondere Sensibilität im Umgang mit der Wiedernutzbarmachung des Areals ist daher vonnöten.“(S. 24) „(…) Durch eine profane, sprich kommerzielle Nutzung wesentlicher Flächen des ehemaligen Bahnhofsareals (wird, E.d.V.) die kulturhistorische Bedeutung des unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofs nicht ausreichend gewürdigt.“ (S. 28) „Der Kulturcharakter ist auch mit der Aufnahme einer kleinen Museumsnutzung im Empfangsgebäudedes ehemaligen Bahnhofs deutlich untergeordnet. Das Vorhaben ist nicht in der Lage ein stimmiges Gesamtkonzept zu bilden.“ (S. 26)

4. Verkehr

„(…) Das Vorhaben (widerspricht; E.d.V.) allgemeinen städtebaulichen Zielen. Es werden im Sinne einer‚Stadt der kurzen Wege’ keine zusätzliche Individualverkehre verhindert sondern eher gefördert.“(S.28)

„Das Vorhaben auf dem Alten Leipziger Bahnhof ist auch bezogen auf die verkehrlichen Kriterien als schwierig zu beurteilen. Insbesondere die Abfahrtssituation vom Grundstück auf das angrenzende Straßennetz infolge der Fahrtrichtungseinschränkung ist als ungünstig zu bezeichnen, da hierdurch massivzusätzlicheVerkehre durch Umfahrung generiertwerden. Darüber hinaus ist für dasBetriebskonzept des SB-Warenhauses Globus ein sehr hoher Pkw-Anteil (…) unddamit ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartbar.“ (S. 71)

5. Ökologische Auswirkungen (Achtung, nur bei diesem Punkt folgende Quelle: „Ansiedlung eines Globus-SB-Warenhauses in Dresden Neustadt. Untersuchung der Auswirkungen auf das Umfeld bei der Umsetzung dieses Vorhabens.“ von Mund, Gille + Partner; Auftraggeber: Handelsverband Sachsen) 

„(…) Die Bestandswerte (der Stickoxidbelastungen sind, E.d.V.) bereits grenzwertig an den zulässigen Werten bzw. überschreiten diese bereits im Istzustand. Durch die Verkehrsmengenerhöhung durch die geplante Globus-Ansiedlung erfolgt eine weitere Belastungserhöhung und steht der Einhaltung des Luftreinhalteplanes entgegen.“ (S. 62)

„Die (Feinstaub; E.d.V.)Belastungen bei den maßgebenden Straßen sind bei den Bestandswerten bereits im grenzwertigen Bereich. Die mit der Globus-Ansiedlung zunehmende Belastung wird eine wesentliche Verschlechterung nach sich ziehen. Eine Überschreitung der zulässigen Belastung ist damit klar zu erkennen. Weitere Luftschadstoffe, wie Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe, die durch den Straßenverkehr erzeugt werden, werden ebenfalls zur zusätzlichen Belastung beitragen. (…) Die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte sind für alle signifikanten Werte der Luftschadstoffe nicht mehr einzuhalten. Für die vorhandene Wohnbebauung und geplante Erweiterungen im Umfeld ist diese Immissionserhöhung mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit des Schutzgutes Mensch zu bewerten.“ (S. 62)

„Die Schallimmissionswerte im Bereich der Erschließung der Globus-Ansiedlung werden bereits im Bestand deutlich überschritten.“ (S. 62)

6. Entwicklung des Stadtteils Leipziger Vorstadt

„Das Nutzungskonzept ist als autark zu bezeichnen, Austauschbeziehungen und Synergien mit umliegenden Nutzungen (Büro, Wohnungen, E.d.V.) sind nicht zu erwarten, welches auch in der isolierten Lage des Areals begründet liegt.“ (S. 29) Eine große Einzelhandelssiedlung würde die aktuellen Umfeldnutzungen negativ beeinflussen. (vgl. S. 28)

„Die Art der Nutzung widerspricht damit nicht nur den (Master)Planungen für das Areal, sondern würde über die Lärm- und Abgasemissionen des Kunden- und Lieferverkehrs zum SB-Warenhaus auch eine Belastung für die potenzielle Entwicklung von attraktiven Wohnnutzungen im Bereich des Neustädter Hafens darstellen. (…) Das Vorhaben ist nicht geeignet, einen Impuls für die städtebauliche Entwicklung des gesamten Gebiets zu geben.“ (S. 29)

7. Platzfressender Riesenparkplatz

„Negativ ist (…) die sehr flächenextensive Nutzung mit einer großräumigen Versiegelung durch die 1.000 anvisierten Stellplätze auf den Freiflächen. Die Nutzung als zusätzlicher Park & Ride Parkplatz für den Bahnhof Neustadt wird (…) kritisch gesehen, da die fußläufige Anbindung – insbesondere infolge der Zäsur durch die Bahnanlagen – nur sehr eingeschränkt gegeben ist.“ (S. 28)

„(…) (Der Park & Ride Parkplatz, E.d.V.) ist nicht Bestandteil eines gesamtverkehrlichen Konzepts (bisher sind P&R-Stellplätze an anderen Standorten in der Neustadt/Leipziger Vorstadt vorgesehen) und (…) zu weit von dem Parkraumdefiziträumen der Äußeren Neustadt entfernt.“ (S. 24)

Ein Gedanke zu “Der Countdown läuft: Einwand gegen Globus in 5 Minuten!

  1. Felix Dorner

    Ich bin ebenfalls gegen die Lösung einen Baumarkt dort anzusiedeln.
    Dresden braucht Wohnungen zentrumsnah, ruhig und schön.
    Wir brauchen keine großen Geschäftemacher, die mit ihren Zweckbauten das Stadtbild verschandeln. Es gibt genug Platz rings um Dresden für solche Sachen.
    Die Altmarktgalerie und Gestaltung Postplatz sind schon kaum wieder gut zumachende Verbrechen genug an dieser Stadt. Warum man nicht Grundlagen legt, das sich eine kleinteilige Wirtschaft im Zentrum ansiedelt, zusammen mit Wohnungen, um den ursprünglichen Charakter der Stadt nach der schweren Zerstörung wieder herzustellen erschließt sich mir nicht. In Dresden steigen die Mieten. Schöne Wohungen in guten Lagen sind Mangelware in Dresden. So viel Schönheit, Kunst und Kultur wurden in Dresden zerstört. Es ist Zeit wieder aufzubauen für die Menschen. Nicht für die Konzerne!

    Felix Dorner

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